Werner Kastner genießt das Vertrauen der Kommandanten
08.04.2014, 08:37 Uhr
Landrat Gerhard Wägemann freute sich, in der„noch weitgehenden Männergesellschaft“ der Feuerwehr-Führungsebene mit Melanie Burmann eine Kommandantin aus Thannhausen begrüßen zu können. Die Rothelme, so Wägemann in seinem Grußwort, dürften sich über die 750 Digitalfunkgeräte im Landkreis freuen, deren Auslieferung derzeit „gut vorangeht“.
Wie wichtig eine gute Ausrüstung und das funkionierende Zusammenspiel seien, habe der Salpetersäureeinsatz in Gunzenhausen gezeigt. Seitens des Kreistags dränge man in diesem Sinne auch auf die Installation eines Katastrophenschutzzentrums am Muna-Gelände bei Langlau, die Verhandlungen mit dem Bund seien in vollem Gange.
Bürgermeister Joachim Federschmidt, der das Kommandantentreffen in der Stadthalle als Ehre für die Stadt ansah, erläuterte, dass es im Stadtgebiet 14 Feuerwehren, fünf davon mit einer Jugendabteilung, gibt. Insgesamt zählt Gunzenhausen 670 aktive Rothelme. Die Einführung des Digitalfunks habe mit 100 000 Euro zu Buche geschlagen. Der Betrag habe im Stadtrat allerdings keinerlei Anlass zur Diskussion gegeben. Was die Dienstjubilare anbelangt, gehe die Stadt in Vorleistung. Seit diesem Jahr nämlich bekommen seitens des Freistaats die Kameraden, die für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt werden, eine Woche im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain spendiert. Den Städten und Gemeinden bleibt es überlassen, ob sie dem Lebenspartner die Mitreise finanziert, was Gunzenhausen tut.
Polizeichef Harald Eckert würdigte die gute Zusammenarbeit und unterstrich zugleich, dass viele Großveranstaltungen im Landkreis ohne den Einsatz der Wehren in jetziger Form nicht stattfinden könnten. Das bestätigte auch Kreisbrandrat Werner Kastner. Die 127 Wehren im Landkreis hatten im vergangenen Jahr 1462 Einsätze zu bewältigen gehabt, was eine Steigerung von über einem Drittel bedeutet und eine Verdoppelung der Zahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre darstellt.
Das Hochwasser hat die Statistik im vergangenen Jahr nach oben geschraubt, aber auch zu Bränden mussten die Floriansjünger öfter ausrücken. 661-mal war technische Hilfeleistung gefragt, was einer Steigerung um 40 Prozent entspricht. Um 30 Prozent nahm die Zahl der geleisteten Einsatzstunden zu. Sie lag 2013 bei fast 34 000. „Und das alles ohne Murren“, betonte Kastner.
Alles funktioniert laut Kastner einwandfrei, nur an kleinen Stellschrauben müsse noch gedreht werden. So sei es etwa wenig sinnvoll, bei Wohnraumöffnungen ein „Feuerwehrfest“ mit mehreren Wehren zu veranstalten. Die Gesamtstärke der Rothelme im Landkreis liegt derzeit bei knapp 5500, darunter über 400 Frauen. Eine Zahl, die für Kastner eigentlich „nicht mehr steigerbar ist“. Nun müsse alles darangesetzt werden, dieses Niveau auch zu halten. Sechs Prozent der Landkreisbevölkerung seien bei den Floriansjüngern engagiert. Besonders positiv: Es gibt laut Kastner keinerlei Nachwuchssorgen.
Und immer mehr junge Damen lassen sich für das Ehrenamt begeistern. Der Mädchenanteil bei den jugendlichen Feuerwehranwärtern (die auch insgesamt immer mehr werden) liegt mittlerweile bei 25 Prozent. Insgesamt „kann ich für unseren Landkreis eine sehr positive Entwicklung vermelden, auf die wir gemeinsam stolz sein können“, so Kastners Fazit. Erfreut zeigte er sich darüber, dass künftig privat beaufsichtigte Feuerstellen per Formblatt gemeldet werden müssten, was unnötiges Einschreiten verhindere. Es könne ja auch nicht sein, „dass wir ein ums andere Mal alarmiert werden, wenn jemand einen Haufen Äste verbrennt“, so der Kreisbrandrat. Denn dies lasse auch das Verständnis der Arbeitgeber dahinschwinden.
Zuversichtlich blickte Kastner auf den diesjährigen Kreisjugendfeuerwehrtag in Ellingen. Bezüglich der Atemschutz-, Maschinisten-, Funk- und Truppmannausbildung sei man im Landkreis ebenso bestens aufgestellt. Kastner verwies zugleich auf die Feuerwehraktionswoche im September. Bei der Bilanz, die er für das letzte Jahr vorlegen konnte, fiel die anschließende Neuwahl eigentlich nur folgerichtig aus. Von den 120 Stimmberechtigten sprachen sich 110 für eine weitere Amtsperiode des Haundorfers aus. Sie wird aus Altersgründen aber auch seine letzte sein.
Im Rahmen der Versammlung wurden auch die neuen Kommandanten willkommen geheißen und ihren Vorgängern ein herzliches „Dankeschön“ ausgesprochen. Die neuen Kommandanten sind Stefan Würth (Freiwillige Feuerwehr Oberhochstatt, bisher Reinhold Würth), Christoph Färber (Nennslingen, Konrad Strobl), Matthias Obermeyer (Thalmannsfeld, Jürgen Hafner), Christian Weigelmeier (Altenmuhr, Andreas Kern), Stefan Gloss (Cronheim, Matthias Endres), Frank Pelger (Schambach, Mario Bergdolt), Melanie Burmann (Thannhausen, Erwin Späth), Matthias Miehlich (Heidenheim, Norbert Wirth), Matthias Kröppel (Hüssingen, Harald Oberhauser), Michael Hagenheimer (Ehlheim, Reinhard Enzelberger), Markus Mittemeyer (Windsfeld, Dieter Blank) und Markus Fürbaß (Wachenhofen, Erwin Auernheimer).
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