Ansturm auf die FOS
07.06.2012, 10:00 Uhr
Höchstadt und Umgebung scheinen auf eine eigene Fachoberschule geradezu gewartet zu haben. „Die Anmeldung lief weit besser als erwartet“, sagt Karin Detjen, die stellvertretende Leiterin der neuen Schule. Schulleiter Bernhard Haberl wird noch deutlicher: „Wir starten mit doppelt so vielen Schülern wie geplant.“ Hatte die Unternehmensgruppe SeniVita, Trägerin der Schule, eigentlich nur mit einem Sozialwesen-Zweig beginnen und andere Fachrichtungen in den Folgejahren nachziehen wollen, gibt es nun von Anfang an neben dem sozialen Zweig auch noch eine Richtung „Wirtschaft und Verwaltung“. Und warum? „Weil die Nachfrage danach so groß war“, erklärt Detjen.
Die Schule wird einen Teil des Hauses der Vereine in der Kerschensteiner Straße belegen, darüber hinaus können die Lehrer mit ihren Schülern einige Fachräume der Mittelschule (zum Beispiel EDV-Räume) oder auch deren Turnhalle nutzen. Unterrichtet werden drei Klassen — zwei elfte, die in Höchstadt neu beginnen, sowie eine zwölfte Klasse, die von Ebermann-stadt an die Aisch umzieht. Dort nämlich unterhielt SeniVita bislang die staatlich genehmigte „FOS im Wiesenttal“, die auch schwächeren Schülern offenstand und nun als „FOS im Aischgrund“ in Höchstadt unter anderen Vorzeichen weitergeführt wird. Denn die Nachfrage nach einer Fachoberschule, die auch einen schlechteren Notendurchschnitt akzeptiert, ist — wohl wegen der guten Bedingungen am Arbeitsmarkt — derzeit nicht da.
Ziel ist es nun, die staatlich genehmigte Schule innerhalb von drei Jahren zu einer staatlich anerkannten FOS zu machen — und eine ebensolche unterhält SeniVita in Ebermannstadt schon. Ein Umzug war deshalb sinnvoll und eine FOS in Höchstadt ohnehin noch nicht vorhanden.
Mehr Prüfungen
Solange die „FOS im Aischgrund“ als „staatlich genehmigt“ geführt wird, müssen die Schüler hier mehr Prüfungen absolvieren als diejenigen, die eine staatliche Fachoberschule besuchen. Denn die Jahresfortgangsnote der zwölften Klasse darf nicht gewertet werden, die jungen Männer und Frauen werden deshalb am Jahresende im Rahmen des Fachabiturs auch in den Nebenfächern in Zusammenarbeit mit einer staatlichen Schule geprüft. „Doch die Schüler in Ebermannstadt haben das immer ganz gut gemeistert“, sagt Bernhard Haberl. Auch, weil sie auf diese Prüfungen besonders vorbereitet würden.
Ist die staatliche Anerkennung da, fallen die Zusatzprüfungen weg. Fällig wird dann aber wohl ein Schulgeld — dieses sei aber moderat und orientiere sich am Einkommen der Eltern. Die Rede ist von 95 bis 225 Euro.
Als Hauptunterschied zu einer FOS mit staatlichem Träger nennen Haberl und Detjen die zusätzliche Förderung, die ihre private Einrichtung biete: Eine zusätzliche Mathestunde pro Woche etwa oder einen Konversationskurs in Englisch, der auf die Prüfungen vorbereitet. „Grundsätzlich ist es aber so: Wir halten uns an die Schulordnung, das Fachabitur ist ebenfalls gleich“, sagt Detjen. Die Atmosphäre jedoch sei, eben weil man eine kleinere Schule sei, familiärer.
Kommt Technik-Zweig?
Mittelfristig ist geplant, die Schule fachlich — und dann „notgedrungen“ auch räumlich — zu erweitern. „Ein zusätzlicher Technik-Zweig würde sich angesichts der großen Firmen im Umkreis anbieten“, sagt Bernhard Haberl. Im Haus der Vereine jedoch würde das nicht gehen, schließlich bräuchte die Schule dann eigene Werkstätten. Die nächsten drei Jahre aber, bis zur staatlichen Anerkennung, bleibe man auf jeden Fall in dem Domizil neben Mittelschule und Gymnasium und „dann müssen wir ja auch erst mal sehen, wie die Schule akzeptiert wird“, so Haberl.
Für Stadt und Landkreis hat der Schulleiter nur Lob übrig: Nicht nur, dass der FOS die Räume im Haus der Vereine zur Verfügung gestellt wurden, Haberl betont auch die reibungslose Zusammenarbeit — zum Beispiel, als die Schule wegen der zusätzlichen Anfangsklasse „spontan“ mehr Platz brauchte.
Wer sich übrigens jetzt noch an der Fachoberschule anmelden will, hat Glück: Einige wenige Plätze sind noch frei.
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