Jäger rettete ausgesetzte Katzenbabies

24.08.2013, 09:00 Uhr
Jäger rettete ausgesetzte Katzenbabies

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Als der Jäger daraufhin unter den Büschen in der Umgebung nachsah, entdeckte er noch zwei lebende Kätzchen — offenbar zum qualvollen langsamen Sterben durch Verdursten und Verhungern ausgesetzt. Denn allein, das teilte Sigrid Hader-Popp vom Vorstand des Höchstadter Tierschutzvereins mit, hätten die kleinen Tiere dieses abgelegene Gebiet nicht erreichen können.

Der Jäger brachte die beiden Kätzchen ins Oberndorfer Tierheim des Tierschutzvereins Höchstadt. Dort werden sie jetzt tierärztlich versorgt und nach Angaben der Tierschützer mühevoll hochgepäppelt.

"Da freuen sich die Füchse"

„Unglaublich, aber wahr: Auch heute noch kommt es immer wieder in unseren Dörfern vor, dass der unvermeidlich sich einstellende Nachwuchs der oft nicht kastrierten Katzen ertränkt, erschlagen oder in den Wald gebracht wird“, so Sigrid Hader-Popp. „Da freuen sich die Füchse“, hätte dies einmal ein ertappter Tierquäler kommentiert.

Diese Menschen, schrieb die Tierschützerin, seien ohne Fähigkeit, sich Leiden anderer Wesen vorstellen zu können, ohne Mitempfinden, Respekt und Verantwortungsbewusstsein — also ohne all das, was Menschen eigentlich auszeichne.

Im Frühjahr und Sommer komme es vermehrt vor, dass kranke oder unterernährte Katzen durch die Ortschaften liefen oder teilnahmslos an der Straße sitzen würden. Unversorgt seien die jungen Katzen den grassierenden Katzenkrankheiten schutzlos ausgeliefert. Nicht selten seien diese geschwächten Tiere nicht mehr in der Lage, schnell genug die Straße zu überqueren, und blieben tot oder angefahren liegen. Bürger würden die oftmals unterernährten oder kranken Katzen dann finden.

„Der Hauptgrund für diese Vorfälle ist die unkontrollierte Vermehrung der Tiere. An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass das Aussetzen und Töten von Katzen selbstverständlich verboten ist“, so Hader-Popp. Die Kastration von Katern und Katzen sei die einzige akzeptable Weise, die Anzahl in vernünftigen Grenzen zu halten. „Die Tierschutzvereine bieten hier Hilfe in Rat und Tat an.“

Wie alle Tiere müssten zudem auch Katzen richtig und regelmäßig ernährt, tierärztlich versorgt und geimpft sowie artgerecht gehalten werden. Dazu brauche es für viele Jahre die nötigen Räumlichkeiten, die erforderliche Zeit und die nötigen finanziellen Mittel.

Die Tierheime, die Katzen aufnehmen, seien in Folge der vom Menschen ungebremsten Vermehrung der Tiere randvoll: Das Tierheim Oberndorf etwa beherberge aktuell 91 Katzen. Darunter seien etwa ganze Würfe Katzenbabies, die gefunden wurden, von Katzenschnupfen geplagt, fast erblindet, verwurmt, verlaust, halb verhungert, oder auch verstümmelte Katzen, denen auf Feldern von Mähfahrzeugen schwerste Verletzungen zugefügt worden seien.

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