Spurwechsel im Mai

09.05.2011, 17:26 Uhr
Spurwechsel im Mai

© Rappel

Zur gestrigen turnusgemäßen Absprache der Bau-Leute von Vertragsfirma und Stadt hatte Bürgermeister German Hacker die Presse eingeladen. Die Baustelle nähert sich mit dem Wechsel der Fahrbahnen auch einer Zäsur. Ist die südliche Fahrbahn, die komplett trassiert und aufgebaut worden ist, fertig, geht es an den „Altbestand“, die einstige Panzerstraße, auf der bislang die Nordumgehung verlief.

Die neue Südfahrbahn braucht nur noch eine Feinschicht und darauf den Asphalt. Die Bauarbeiter — rund 20 Mann arbeiten ständig auf der Baustelle — sind zurzeit dabei, Bordsteine zu setzen. Diese markieren den künftigen Mittelstreifen der autobahngleichen Straße.

Gleichzeitig wird an der Betonbrücke gearbeitet, auf der die Vierspur-Straße künftig die Verbindung von Neuses nach Steudach überqueren wird. Deren Seitenwände wurden gestern ausgeschalt. Der Beton ist trocken und kann die Decke tragen. Diese wird mittels eines Leergerüsts ab der übernächsten Woche gegossen und muss anschließend noch 28 Tage aushärten.

Allein 8000 Kubikmeter Boden sind für die Brücke bzw. Unterführung ausgebaggert worden — von 45000 Kubikmeter insgesamt für die 1,6 Kilometer lange Ausbaustrecke. Das Erdreich wurde übrigens nach Forchheim geschafft, wo die Neumarkter Baufirma sie für die dortige Südumgehung gut brauchen kann. Das macht die Maßnahme, auf 6,5 Millionen Euro veranschlagt, etwas billiger.

2,3 Millionen hat die Stadt als alleiniger Finanzier bis jetzt schon bezahlt für den Straßenabschnitt, der fast ganz auf Erlanger Grund liegt. 4,9 Millionen werden es dieses Jahr insgesamt werden. Der Auftrag der Firma Bögl ist davon 4,3 Millionen Euro schwer.

Dafür verbauen die Neumarkter 6000 Kubikmeter Frostschutz-Material und 550 Kubikmeter Beton und legen 1500 Meter Entwässerungsrohr zum eigens errichteten Erdbecken, das das Oberflächenwasser des Breiten Asphaltbands zurückhalten und dosiert in Mühlgraben und Aurach abgeben soll.

Wenn es an der Nord-Trasse weitergeht, wird der Verkehr schon auf der neuen Südfahrbahn fließen und die Bauleute erst einmal den stabilen Untergrund der einstigen Panzerstraße aus Beton herausbrechen und entsorgen müssen. Parallel zu diesem Ausbau und auch parallel zur Straße wird ein neuer Wirtschaftsweg zu den Lobersweihern führen. Die Landwirte müssen die Unterführung und ihn nutzen, um von Neuses zu den Weihern zu gelangen. Die bisherige Kreuzung mit Bedarfsampel ist einer „Stadtautobahn“ nicht mehr zumutbar.

Mit dem Verkehrsfluss hatte man in der Bauzeit bislang keine Probleme, sagen Gerhard Wichert und der Brücken-Bauleiter Wolfgang Warter, obwohl in der Phase des Erdaushubs 25 Lastwagen ständig auf der Behelfsbahn unterwegs waren und alle sieben Minuten ein LKW mit Aushub sich in den Verkehr einfädelte.

Unter der Stadtautobahn verläuft in armdicken Kabelsträngen der Telekom auch die Datenautobahn, die Herzogenaurach und seine Weltfirmen mit der Welt verbindet. Entsprechend gefühlvoll schaufelte der Baggerführer gestern um sie herum an der Brückenböschung.

Bereit liegen schon die Rollen mit Kabelkanälen für die Ampelschaltungen. Die Zahl der Signalanlagen am Hans-Ort-Ring bleibt gleich. Man verspricht aber Grüne Welle auf den künftigen vier Spuren.