Mit Zahnbürste und Glätteisen zum ersten Job
20.03.2014, 07:00 Uhr
„Wer von euch möchte Locken?“, fragte Friseurin Macinkario Slasica vom Salon Steinmann die sie umstehenden Siebtklässlerinnen — sofort schnellten vier Finger in die Höhe. Laura mochte „schon immer Locken“. Wenige Augenblicke später wurde sie vor Publikum mit Glätteisen professionell frisiert.
Die ebenfalls 13-jährige Laila hörte sich zwar auch den Friseur-Vortrag an, weiß aber schon jetzt: „Ich möchte eigentlich Brautmoden-Verkäuferin werden“. Dennoch die Referentin unbeirrt: „Friseurin ist ein ganz toller Beruf, man kann viel am Menschen machen“. In der Ausbildung komme das Haareschneiden erst im dritten Lehrjahr dran („Ich dachte ganz am Anfang, das lerne ich nie“).
Schüchtern waren die Schülerinnen nicht: „Haben Sie Ihre Haare gefärbt?“ Die Friseurin zögerte nur ganz kurz, verriet aber dann: „Ja, dunkelblond.“
Kurzweil auch beim Teamleiter des Klinikums Neumarkt, Jochen Haselbauer. „Zuerst einmal geht es um die Vitalfunktionen des Patienten“. Und schon messen sich die Schüler gegenseitig den Blutdruck. Im Gegensatz zu großstädtischen Krankenhäusern habe das Neumarkter Klinikum noch keine Probleme, Krankenpflege-Nachwuchs zu rekrutieren. Auch Selma, 13, interessiert sich für diesen Bereich. „Ich will dann Altenpflegerin machen“. Schulkameradin Franziska findet die pflegerischen Tätigkeiten „ein bisschen eklig“. Knalleffekt bei Haselbauers Schülervortrag: das gegenseitige Zähneputzen — immer nötig, wenn sich ein Patient beide Arme oder Hände gebrochen hat. Sogar eine seiner Zuhörerinnen hatte das schon einmal erlebt.
„Was will ich werden?“, fragen sich viele Mittelschüler. „Ich hoffe, Ihr findet die passenden Antworten“, wünschte ihnen Konrektor Alexander Weis. Immerhin gebe es über 130 Ausbildungsberufe im Handwerksbereich. „Nicht nur Kfz-Mechatroniker“, wie er mit einem Blick auf die vor ihm sitzenden männlichen Lehrstellensuchenden feststellte.
Und schob als weiteren Tip hinterher: „Erkundet die Möglichkeiten von Praktikas“. Nach wie vor stünden bei Arbeitgebern Lehrlingstugenden wie „Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und gutes Benehmen“ hoch im Kurs.
Erstmalig nahmen am Projekt „Brückenschlag“ auch zwei 7. Klassen der Partnerschule, der Mittelschule West, teil.
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