Über acht Stunden in luftiger Höhe

04.03.2010, 00:00 Uhr
Über acht Stunden in luftiger Höhe

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Das waren diesmal fast 10 000 Kilometer mehr als im Jahr 2008, als man sich noch freute, endlich einmal den Äquator umrundet zu haben. Ein Highlight setzte «Powerfrau» Sabrina Schels aus Berching: Sie zeigte erneut, dass sie sich in der Männerdomäne sichtlich wohl fühlt und genauso fit am Steuerknüppel ist wie ihre männlichen Kontrahenten. 583 Kilometer schaffte die Berchingerin in vier Streckenflügen.

Die weiteste Flugstrecke erzielte der Nürnberger Robert Pfeifer mit seiner DG 600 M, der mit seiner Tagesbestleistung von 728 Kilometern seinen Kameraden sprichwörtlich «auf und davon» segelte und mit diesem Ergebnis 578 Punkte in der OLC-Bewertungstabelle einstrich.

Ihm dicht auf den Fersen mit dem «längsten Flug» folgt Ausbildungsleiter Andreas Gallmeier mit 651 Kilometern und einer Gesamtflugzeit von acht Stunden und 26 Minuten. Die Flugdauer ist somit vergleichbar mit einem Flug von Frankfurt in die USA (leider aber ohne den obligatorischen Bordservice).

Nachwuchs im Aufwind

Bemerkenswert ist, dass auch die Jüngeren, die unter 20-Jährigen, in Sachen Streckenflug langsam aufholen. Allen voran Dan Mollenhauer (Schwarzenbruck) und Lucas Boumans (Nürnberg), die mit 14 absolvierten Flügen rund 4000 Kilometer erzielten. Mollenhauer erzielte dabei eine Tagesbetleistung über 603 Kilometer.

Streckenflug erfordert ein hohes Maß an Konzentration, Ausdauer und viel Übung. Ein Flug über hunderte Kilometer muss vorher sorgfältig geplant sein, man muss sich nicht nur mental, sondern auch proviantmäßig gut darauf vorbereiten. Alles was man oder frau benötigt, muss in die klitzekleinen Bordtaschen passen. Mehr als eine Flasche Wasser oder ein Müsliriegel ist da nicht drin.

Inzwischen sind alle elf Segelflugzeuge (darunter auch die beiden Motorsegler) der Abteilung mit modernster Technik ausgestattet, von GPS bis zu den Flarms. Letztere ersparen dem Piloten das anstrengende Ausspähen nach anderen, eventuell auf Kollisionskurs befindlichen Flugzeugen. Falls sich ein anderes Luftfahrzeug nähert, ertönt ein Warnsignal.

Streckenflug ist nach Aussage der Piloten «ein Virus, der hoch ansteckend ist». Hier ist sich Schels mit ihren männlichen Kameraden einig: «Nirgendwo kann man besser entspannen als beim Fliegen.» Oder um es mit Reinhard Mey zu sagen: «Über den Wolken!»