"Hand in Hand" die Sechste

12.09.2019, 15:07 Uhr

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Auch bei ihr war es wieder das Ziel, den teilnehmenden Jugendlichen den Alltag einer Berufsfeuerwehr näherbringen. Dazu werden in diesem 24 Stunden dauernden Übungsdienst zahlreiche Einsätzen, Ausbildungen als auch Dienstsport von den Jugendlichen durchgeführt.

Dienstbeginn für die Jugendlichen war Samstagfrüh um 7 Uhr – hier erfolgten das Antreten vor dem Feuerwehr-Gerätehaus und die anschließenden Einteilung der Kinder auf die verschiedenen Fahrzeuge. Dabei wurde besonderer Wert auf eine Mischbesatzung auf den Fahrzeugen gelegt. Nach einer kurzen Einweisung auf die Fahrzeuge und das darauf verlastete Material sowie einer kurzen Frühstückspause wurden die Jugendlichen im Bereich "Hygiene an der Einsatzstelle" ausgebildet und unterwiesen.

Im Anschluss daran stand Teambuilding und Dienstsport auf dem Plan: im Waldbad mussten die Teilnehmer ihr Können bei mehreren Team-Aufgaben beweisen, umrahmt wurde das Ganze von kurzen sportlichen Aktivitäten. Nach dem Mittagessen stand für die Teilnehmer die praktische Ausbildung auf dem Dienstplan, es wurden Aufbau eines Löschangriffs, Umgang mit dem sog. "Sprungretter", Versorgung von Verletzten und Sicherung von Einsatzkräften in Höhen/Tiefen ausgebildet.

Bei 14 Einsätzen bewährt

Der Tagesablauf wurde jedoch immer wieder durch eine große Anzahl an Einsätze unterbrochen. So wurden die Jugendlichen zu insgesamt 14 Einsätzen gerufen, darunter Brände, technische Hilfeleistungen, Gefahrgutunfällen und auch Vermisstensuchen.

Das Einsatzspektrum beinhaltete unter anderem das Retten eingeklemmter Personen unter einem Fahrzeug beziehungsweise einem Holzstoß, das Löschen einer brennenden Mülltonne, das Leisten Erster Hilfe bei einer bewusstlosen Person oder auch das Reinigen von Straßen nach Verkehrsunfällen oder einem Sturm.

Die Teamfähigkeit der Jugendlichen war bei zwei größeren Einsätzen gefragt. Einmal hieß es "Gefahrgutunfall mit verletzten Personen" – hier musste die Ausbreitung einer unbekannten Flüssigkeit gestoppt werden und zeitgleich zwei Verletzte betreut werden. In den Abendstunden wurden die Jugendlichen in den Stadtpark nach Neustadt alarmiert. Hier hatte sich eine Gruppe Jugendlicher mit einem Lagerfeuer gemütlich gemacht. Auf Grund einer Verpuffung kam es zu einem kleinen Entstehungsbrand, welcher von den Einsatzkräften gelöscht werden musste. Die Verpuffung führte dazu, dass mehrere Jugendliche verwirrt im Wald unterwegs waren und als vermisst galten. Hier war es Aufgabe der jugendlichen Einsatzkräfte das Waldgebiet abzusuchen und die Jugendlichen zu finden und zu retten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen führte Pfarrer Christian Schäfer - ebenfalls aktiver Feuerwehrmann - für die Jugendlichen eine Andacht durch, welche zum Andenken anregen und zur Ruhe kommen lassen sollte. Der nächste Morgen begann für die Jugendlichen bereits kurz nach 6 Uhr mit weiteren Einsätzen, bevor es an das Aufräumen des Materials, der Fahrzeuge und der Fahrzeughalle ging. Den Abschluss der Übung bildeten das gemeinsame Frühstück sowie eine kurze Manöverkritik, bevor die Jugendlichen nach spannenden, aber auch anstrengenden 24 Stunden, wohlverdient ins letzte Ferienwochenende gehen konnten.

Teamgeist und Einsatzfreude

Während der gesamten Übungszeit hat sich für die Einsatzleitung gezeigt, dass die Zusammenarbeit der Jugendlichen in gemischten Teams und auf unbekannten Fahrzeugen einwandfrei funktioniert und der Teamgeist durch jahrelange gemeinsame Veranstaltung gestärkt wird. Den Jugendlichen wird bei derartigen Veranstaltungen bereits in jungen Jahren die hilfsorganisationsübergreifende Arbeit nähergebracht. Ebenso funktionierte in altbewährter Weise die Organisation der kompletten Veranstaltung durch das gemischte Organisationsteam von Feuerwehr und THW. Das Team kümmerte sich vorab um die Erstellung des Dienstplanes, die Planung der Einsätze sowie die Inhalte der theoretischen & praktischen Ausbildungen. Ebenso wurde die Verpflegung der ca. 40 Teilnehmer und Helfer in Arbeitsteilung von THW und Feuerwehr gemeinsam geleistet.

Alle Jugendlichen waren innerhalb der 24 Stunden mit Elan und Motivation dabei, so dass das Fazit am Sonntagmorgen eindeutig war: "Wir sehen uns 2020 zur nächsten Auflage!"

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