Überzeugender Feuerwehr-Nachwuchs in Neustadt
14.07.2019, 14:11 Uhr
Dass Wetterkapriolen zur zusätzlichen Aufgabe am Wochenende der Jugend und auch diese mit Bravour gemeistert wurde, machte eine Kernkompetenz der Feuerwehr deutlich, "neue Lagen zu erkennen und die entsprechenden Entscheidungen zu treffen". Wer also sollte auf Regen und Sturm besser reagieren zu können, als die Feuerwehr? So war das Wetter, der schnelle Wechsel vom Open-Air in die Schul-Mensa oder die Nacht in nassen Zelten beim Abschluss des von der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt ausgerichteten "Kreisjugendfeuerwehrtages" nur noch eine Randnotiz, gleichwohl mit der Bewunderung, wie auch der "Zusatztest" von Teilnehmern und Betreuern bewältigt wurde.
Einen Pokal gab es dafür nicht, denn den hätten sich ja 34 Mädchen und 127 Jungen aus den Feuerwehren im Landkreis teilen müssen. Ausgezeichnet wurden bei der in das Neustädter Feuerwehraus verlegten Siegerehrung mit einem Sonderpokal für den Gewinn des ASB-Spiels das Team der Jugendfeuerwehr Trautskirchen, und als "Firemaster" beim gewonnenen Feuerwehrquiz die Mannschaft aus Langenfeld. Den Ausrichterpokal nahm Neustadts Kommandant Michael Schöner entgegen.
Baudenbach sammelte weitere Pokale
Ihre schon umfangreiche Trophäensammlung der Feuerwehr Baudenbach erweiterte die Jugend um gleich drei Pokale. Das "Team 1" wurde als Sieger der Feuerwehr-Olympiade gefeiert, mit gleichem Jubel das zweitplatzierte "Team 5" und auch der Pokal für die "damenreichste Feuerwehr" ging an die Feuerwehr Baudenbach. "Bronze" bei der Feuerwehr-Olympiade holte die Jugend aus Markt Bibart.
Viel Beifall gab s auch für alle Nächstplatzierten, bei denen sich bis zu vier Mannschaften bei gleicher Punktzahl in der Summe von feuerwehrtechnischen Aufgaben oder Geschicklichkeitsspielen, wie dem Schubkarrenrennen oder dem beliebten Schlauchbootrennen auf der Bleiche sowie der Stadtrallye die Ränge teilten. So gab es nach den Worten von Neustadts Erstem Bürgermeister Klaus Meier keine Sieger und Verlierer, sollte der "Kreisjugendfeuerwehrtag" auch nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt und Landratsvertreter Bernd Schnizlein ein Gewinn für alle gewesen sein. Besondere Anerkennung zollten sie den 50 Betreuern aus den einzelnen Feuerwehren und den zahlreichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt, dem gesamten Organisationsteam und dem ASB, das für beste Versorgung im großen Camp gesorgt hatte.
Engagement und Fairness gelobt
Kreisbrandrat Alfred Tilz sprach der Jugend, die sich den Aufgaben mit viel Ehrgeiz gestellt und ihre Spielkraft ausgetobt habe, seine Anerkennung für Engagement und Fairness aus und stattete den Betreuern und dem großen Helferteam seine Anerkennung ab. MdL Gabi Schmidt bewunderte den Feuerwehrnachwuchs, der sich einem anspruchsvollen Ehrenamt mit großer Verantwortung stelle, das sich durch den Dienst für Andere auszeichne. Den Mädchen galt ihre besondere Wertschätzung. "Ich finde Euch großartig, macht weiter so", rief sie in die große Runde der Jugend, die "einen herrlichen Anblick" bot.
"Wir brauchen Euch und verlassen uns auf Euch", führte der stellvertretende Landrat Bernd Schnizlein aus, schließlich sei nicht jeder in der Lage, selbst Gefahren abzuwehren. Damit verband er die Würdigung der "Arbeit für die Sicherheit der Menschen" und der tollen Leistungen der Jugend und ihrer Betreuer an diesem Wochenende, an dem Wissen vermehrt und der Gemeinsinn gestärkt worden sei. Auch Bürgermeister Klaus Meier unterstrich die Bedeutung des Dienstes am Nächsten und sah hier den Begriff besonders zutreffend, dass "die Jugend unsere Zukunft ist". Ihr zollte er seine Hochachtung und rief sie auf, im Freundeskreis Werbung für die Feuerwehr zu machen. Für die Neustädter Feuerwehr, auf deren Ausrichtung des "Kreisjugendfeuerwehrtages" Meier stolz zeigte, stellte Kommandant Michael Schöner fest: "Es ist hervorragend gelaufen, alle haben diszipliniert mitgemacht".
"Jugendflammen" verliehen
Ein Kompliment dem sich Kreisjugendwart Stefan Fleischmann gerne anschloss, der mit prominenter Assistenz der Abgeordneten, des Landrates und des Bürgermeisters sowie des Kreisbrandrates an etliche Nachwuchskräfte aus verschiedenen Feuerwehren die Jugendflammen der Stufen an und zwei verlieh. Unterdessen wurden hinter dem Feuerwehrhaus die Feldbetten zum Trocknen aufgestellt.
Vor der Siegerehrung fand in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses ein Gottesdienst statt, bei dem sich Pfarrer Christian Schmidt "nicht nur als Mann der Kirche, sondern mit Leib und Seele auch der Feuerwehr" (Tilz) erwies, als kurzerhand der angehobene Korb der Feuerwehrleiter zur Kanzel werden sollte. Zum Symbol für die zunehmenden technischen Hilfeleistungen diente ihm "ein großer, massiver und schwerer Balken, der nicht nur die Sicht versperrt, sondern mitten im Weg liegt, für eine unklare Lage sorgt". Das größte Hindernis aber sollte nach Schäfers Ausführungen in den Köpfen derer sein, die die Lage abarbeiten müssten, ihnen aber der Mut dazu fehle. Er machte mit einer "Einsatzmeldung aus dem Lukas-Evangelium" deutlich, dass der Balken manchmal in den Köpfen stecke.
Schäfer schilderte Gedanken aus der Einsatzpraxis mit der Schlussfolgerung, dass der Balken weg muss, was im Zusammenhang mit der Feuerwehr "mit Einsicht und Vertrauen auf uns selbst, auf unsere Kameradschaft und auf Gott" gelinge. Auch wenn bei Übungen nicht immer alles klappe, man sich am meisten selbst im Weg stehe, gab der Geistliche der Jugend die Zuversicht mit, dass bei den Einsätzen "das, worauf es ankommt, doch immer funktioniert", sei es auch mit Improvisation. Das sollte sich am gemeinsamen Wochenende eindrucksvoll bestätigen, nachdem es vielen Jugend schwerfiel, zu sagen, was ihnen am besten gefallen hatte. "Eigentlich alles", war die häufigste Antwort. 2020 wird Uffenheim Ausrichter des "Kreisjugendfeuerwehrtages" sein.
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