Die Kleine Kreativ Werkstatt feiert Jubiläum
06.05.2009, 00:00 Uhr
Mit der Kleinen Kreativ Werkstatt hat sich Inhaberin Manuela Dilly einen Lebenstraum erfüllt. «Ich habe mich schon in meiner Jugend für alles Künstlerische interessiert«, sagt die gelernte Reiseverkehrskauffrau. Doch nach einem Kunststudium ergab sich für die dreifache Mutter zunächst keine Möglichkeit, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Bis sie das kleine, unscheinbar Häuschen in Zabo entdeckte.
In monatelanger Arbeit gestaltete Dilly die ehemalige Schusterwerkstatt in ein buntes Atelier um. Seit April 2007 fertigt sie dort nicht nur Auftragsarbeiten an, sondern es tummeln sich tagtäglich Hobbybastler zwischen drei und 80 Jahren an den Werkbänken. Die Ergebnisse der Basteleien begrüßen einen schon im Eingangsbereich: Die überdimensionale Marylin-Monroe-Büste aus Pappmaché, die fast menschengroße «Nana« im rot-weiß-gestreiften Badeanzug oder der knallbunte Riesenfisch – was so professionell aussieht, ist alles von Laienhand gefertigt. Dilly lächelt. «Die meisten Teilnehmer unterschätzen ihre künstlerischen Fähigkeiten und sind dann ganz überrascht, was sie doch alles können.«
Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Gründen und mit verschiedenen Zielen in Dillys Werkstatt. «Viele haben in einer Kur am therapeutischen Malen teilgenommen, und wollen damit weitermachen«, sagt Dilly. «Für viele ist Basteln oder Malen einfach entspannend.« Und dann gibt es diejenigen Hobbybastler, die die Kreativ Werkstatt aus ganz pragmatischen Gründen aufsuchen. «Zuhause hat man oft gar keinen Platz, um irgendwelche halbfertigen oder noch feuchten Skulpturen zwischen zu lagern«, sagt Dilly. Hier im Atelier muss man sich darüber keine Gedanken machen.«
Am meisten freut sich Dilly, die nebenher noch an einem Nürnberger Gymnasium Kunst unterrichtet, jedoch darüber, dass die Kinderkurse so gut besucht sind. Ihre jüngsten Teilnehmer sind noch nicht mal drei Jahre alt. «Basteln und Handwerken sind gut für die Motorik, deshalb ist es ganz wichtig, dass sich Kinder so früh wie möglich damit beschäftigen.«
Kunst regt die Fantasie an
Dass Kunst auch noch Spaß machen kann, dafür sind Marcel und Corinna Heckel das beste Beispiel. Seit drei Monaten kommen die Geschwister gemeinsam mit Mutter Silvia Heckel einmal pro Woche in die Kleine Kreativ Werkstatt. «Wir hätten theoretisch zuhause schon genug Platz zum Basteln«, meint Silvia Heckel. «Aber unter Anleitung ist es halt doch irgendwie schöner.« Heute ist Schatzkisten-Bauen angesagt. Das Material – eine kleine Holzkiste und reichlich Klebstoff – liegt schon bereit. Die bunten Steine, die ihre Schatztruhen bald zieren sollen, dürfen sich Marcel und Corinna selbst aussuchen. «Aber nehmt nicht so viele auf einmal!«, mahnt Mutter Silvia.
Die passende Schatzkarte haben Marcel und Corinna schon beim letzten Mal gebastelt. Stolz zieht Marcel sein Kunstwerk hervor und erklärt: «Hier bei der kahlen Palme in Afrika ist der Start«, sagt der Sechsjährige voller Begeisterung. «Dann muss man erst am Feuer und am Wasser vorbei – und eine Flaschenpost gibt es auch«, erzählt er, während er über das bunte, etwas zerknitterte Bild streicht. «Das haben wir extra in Kaffee getunkt, damit es so aussieht.«
Kunst regt die Fantasie an – darin besteht für Dilly kein Zweifel: «Kunst ist etwas sehr Individuelles. Und es ist die Möglichkeit, mit vorhandenen Mitteln sämtliche Gefühle auszudrücken.« Inzwischen stehen auch die Teilnehmer des nächsten Kurses schon in den Startlöchern. Kaum hat Dilly das Material bereitgelegt, machen sich die Kinder über Pinsel und Kleber her. Erst in einigen Stunden wird wieder Ruhe in der Kleinen Kreativ Werkstatt einkehren. Dann heißt es für die Chefin wieder Kehren, Wischen, Schrubben und die Spuren der Bastler zumindest bis zum nächsten Tag zu beseitigen. Nur das kreative Chaos in ihrem Kopf bleibt zurück. Dilly schmunzelt: «Ideen und Projekte habe ich noch viele.«
www.kkw-zabo.com
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