Im Foyer soll ein Treffpunkt entstehen
25.01.2008, 00:00 Uhr
Etwas Geduld muss der Amtsleiter aber noch aufbringen, denn statt im Frühjahr - wie ursprünglich geplant - beginnen die Handwerker erst im Herbst mit ihrer Arbeit, berichtet der stellvertretende Leiter des Hochbauamtes Helmut Schott. Zuvor müssen die Pläne noch die zuständigen Fachausschüsses des Stadtrats passieren. Schon allein deswegen präsentiert Projektleiterin Elvira Kauber etwas zurückhaltend die ersten Überlegungen, wie man den Zweckbau aus der Nachkriegszeit umgestalten kann.
Das Nutzungskonzept ist dagegen schon mehrfach diskutiert und im großen und ganzen abgesegnet worden. Demnach zieht das Amt für Internationale Beziehunegn in den zweiten Stock. Hier werden alle Mitarbeiter ihre Büros haben. Beate Kreisel, stellvertretende Leiterin des IB, möchte im Gebäude auch die Räume nutzen, die für Seminare geeignet sind oder den großen Saal, der überwiegend von der Musikschule belegt wird.
Schließlich ist ein Kernstück der Arbeit des Amtes für Internationale Beziehungen die Förderung des kulturellen Austausches. Mit fast allen Partnerstädten bestehen intensive Kontakte zu Künstlern der verschiedenen Stilrichtungen. Für musikalische Darbietungen eignet sich der große Saal sehr gut, zumal er technisch auf den neuesten Stand gebracht wird, ergänzt Jürgen Schmidt vom Hochbauamt. Das gilt für die Feuerschutzvorkehrungen ebenso wie für die Toilettenanlage.
Öffnung zur Pegnitz bringt mehr Atmosphäre
Im Eingangsbereich finden voraussichtlich die größten baulichen Veränderungen statt. Diese dürfen aber an der Außenfassade so gut wie nichts umgestalten, da das Haus unter Denkmalschutz steht und «ein beliebtes Postkartenmotiv darstellt«, erläutert Projektleiterin Kauber. Zur Pegnitz hin soll eine Öffnung stattfinden. «Es geht um das Thema Stadt am Fluss und es ist schade, dass man das bisher nicht sieht, obwohl es sich um ein Gebäude am Fluss handelt«, führt die Architektin aus.
Ein Durchbruch zum Fluss hin soll dies ändern. Wo heute noch Studenten eine gemütliche Sitzecke eingerichtet haben, werden nach Abschluss der Sanierung Gäste wandeln und sich die Ausstellungen ansehen. Das Foyer wird erweitert und erhält Sitzgelegenheiten, damit man sich länger dort aufhalten kann. Von der Idee, ein internationales Cafe einzurichten, habe man Abstand genommen, berichtet Kauper. Man wolle der umliegenden Gastronomie keine Konkurrenz machen. Allerdings könne bei Veranstaltungen auch für eine Verköstigung der Gäste gesorgt werden. Das ist bereits heute möglich, wie zuletzt beim deutsch-französischen Freundschaftstag, der Anfang der Woche im Heilig-Geist-Haus stimmungsvoll begangen wurde.
Beate Kreisel freut sich auf die neue Ausstellungsfläche. Bisher hat das Amt viele internationale Künstler in der Ehrenhalle des Rathauses präsentiert. Doch dort sei die Nachfrage so groß, dass man inzwischen schon lange im Voraus den Platz reservieren müsse, erzählt sie.
Durch das Zusammenrücken verschiedener Ämter und Insitutionen wie dem Seniorenamt, dem Amerikahaus, dem Menschenrechtsbüro, Bürgervereinen und dem jüdischen Zentrum erhofft sie sich Synergieeffekte und gegenseitige Anregungen.
Bis es so weit ist, werden mindestens noch zwei Jahre vergehen. Schott verspricht, dass es keine zeitliche Verzögerungen mehr geben soll. Notfalls wolle man Lücken mit freischaffenden Mitarbeitern schließen. Doch die Bauarbeiten müssen sich wegen der zentralen Lage nach dem Festkalender der Stadt richten. Währen des Altstadtfestes und des Christkindlesmarktes sollen sie möglichst unauffällig fortgeführt werden.
In der zweiten Hälfte 2010 wird das rund neun Millionen Euro teure Projekt nach jetzigem Planungsstand fertiggestellt sein. Dann können auch die Gästewohnungen genutzt werden, die unterm Dach entstehen. Schon bisher hat IB Gäste aus den Partnerstädten in dem Gebäude einquartiert. Doch künftig werden zehn Zimmer dafür zur Verfügung stehen sowie ein Gemeinschaftsraum und ein gemeinsames Bad. Für die schlichte Ausstattung wird die Bewohner auf Zeit ein traumhafter Blick über die Dächer des mehr als 650 Jahre alten Traditionsbaus entschädigen.
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