Neues Wohngebiet an der Kilianstraße: Anwohner sind besorgt
31.03.2014, 07:59 Uhr Auf dem Gelände der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule westlich der Rollnerstraße will die Schultheiß Projektentwicklung GmbH 14 Reihen- und Doppelhäuser bauen. Ebenfalls auf dem nur etwa 1,65 Hektar großen Gebiet sind nördlich zur Kilianstraße hin Büro- und Geschäftsgebäude sowie eine Tiefgarage und ein Parkhaus mit 90 Stellplätzen vorgesehen. Das bereitet einigen Anwohnern Bauchschmerzen. Da die Zu- und Abfahrt für das Parkhaus über die Großreuther Straße erfolgen soll, befürchten sie mehr Verkehr im Wohngebiet.
Sie sehen darin ein Gefahrenpotenzial, vor allem weil hier viele Familien mit kleinen Kindern leben. „Das ist für uns eine absurde Situation und alles andere als eine gute Vereinbarung von Wohnen und Gewerbe“, sagt Cordula Flemke, die eines der vor zwei Jahren hier gebauten Reihenhäuer gekauft hat. Dass ihr Umfeld mit dem Durchgangsverkehr des Gewerbegebiets belastet werden soll, ärgert die zweifache Mutter.
Straße ist dicht
Bereits bei der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung haben Anlieger ihre Bedenken vorgebracht und eine ausschließliche Zufahrt über die Kilianstraße gefordert. Der Grund für die Verkehrsführung durch die Großreuther Straße liegt laut Stadtplanungsamt an der problematischen Verkehrslage in der Kilianstraße. Zwar soll es auch hier eine Ein- und Ausfahrt zum Gewerbegebiet geben, allerdings nur jeweils für Rechtsabbieger.
Eine Zufahrt ist also nur von Osten kommend möglich, Ausfahren wäre nur in westlicher Richtung erlaubt. „Wegen der hohen Verkehrsbelastung in der Kilianstraße ist eine Querung nicht zulässig“, heißt es im Stadtplanungsamt.
Auch bei der zweiten öffentlichen Beteiligung, die Mitte März endete, gab es Einwände gegen das Verkehrskonzept.
„Wir sehen durchaus den Ernst der Lage und werden dies erneut prüfen“, sagt Peter Faßbender, Leiter der Abteilung Bebauungsplanung, auf Anfrage des Stadtanzeigers. Zwei Aspekte seien abzuwägen: Was kann man Anwohnern zumuten und wie viel zusätzlichen Verkehr kann die Kilianstraße noch verkraften?
Konrad Schultheiß, Geschäftsführer der Schultheiß Projektentwicklung GmbH, glaubt, dass sich der Verkehr im Wohngebiet nur geringfügig ändern wird. „Wir gehen davon aus, dass 60 bis 65 Prozent die Zufahrt von der Kilianstraße nutzen werden.“ Das beziehe sich vor allem auf den Kundenverkehr. Da es knapp 90 Stellplätze gebe, rechne man mit etwa 30 (Mitarbeiter)-Fahrzeugen, die morgens und abends die Großreuther Straße passieren. Das sei unwesentlich mehr, als die späteren Anwohner der 14 Neubauten und der bereits bestehenden elf Reihenhäuser selbst an Verkehr verursachen.
Ebenfalls kritisch bewerten die Anwohner, ebenso wie die Ortsgruppe des Bund Naturschutz, die Baumfällungen auf dem Baugebiet. Nur drei von 18 alten Bäumen bleiben stehen, die anderen seien nicht in die Planung integrierbar und nicht erhaltenswert, erklärt die Baubehörde. Den Verlust an altem Baumbestand sehe man durch „umfangreiche Neupflanzungen mehr als ausgeglichen“. Diese Ansicht teilt Schultheiß: „Die Ersatzpflanzung mit 30 Bäumen wird den Bereich um die Wohnbebauung und das Ortsbild mit hinreichend Grünflächen wesentlich verbessern“, schreibt er in einer Stellungnahme an den Stadtanzeiger.
Ein Problem bleibt aber ungelöst: Rechnerisch stehen jedem Einwohner zehn Quadratmeter Grün zu, davon 3,4 Quadratmeter Spielfläche. Das kann hier nicht erfüllt werden. „Wir haben dafür keine Fläche gefunden“, gibt Faßbender zu. Da der Marienbergpark in der Nähe sei und zudem eine Fläche an der Rollnerstraße begrünt werden soll, werde dieser Fehlbestand in Kauf genommen.
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