Spucker auf dem Sportplatz unerwünscht

13.11.2009, 00:00 Uhr
Spucker auf dem Sportplatz unerwünscht

© Zink

«Normal und einwandfrei» verlief der Spielbetrieb in der obersten Klasse des Kreises – ähnlich wie auch der in den beiden Kreisklassen sowie den fünf A-Klassen, wie Meiers Spielleiter-Kollegen Uwe Paul und Ingo Frühbeißer für ihre Bereiche zu berichten wussten. Allerdings nicht ohne die zum wiederholten Male geäußerte Mahnung an die Vereine, die Spielberichtsbogen lesbar auszufüllen.

Doch wo die sinnbildliche Sonne scheint, gibt es zwangsläufig auch Schatten. Im Falle der Kreisliga war dies der einzige Spielabbruch bei der Partie zwischen dem TSV Südwest und dem TSV Zirndorf, der allerdings auf kein Fehlverhalten der Akteure auf dem Rasen zurückging. Vielmehr hatte ein Zuschauer Schiedsrichterassistenten bespuckt, was zwangsläufig zum vorzeitigen Spielende führte.

Als «verabscheuungswürdigen Umgang mit Mitmenschen» verurteilte Meier diesen Vorfall und attestierte dem gastgebenden Verein ausdrücklich, nichts für diesen Zwischenfall zu können. «Ein Mensch sollte einem anderen nicht ins Gesicht spucken, auch wenn die Emotionen hochkochen», meinte der BFV-Kreisvorsitzende. Und er erhielt Unterstützung von Thorsten Vasel vom Kreissportgericht. Der berichtete von insgesamt vier «Spuck-Fällen», von denen zwei zu einem Spielabbruch geführt hätten. «Dieses Vergehen der untersten Schublade ist eine Tätlichkeit und wird hart geahndet», so Vasel. Es ziehe lange Sperren für Spieler und hohe Geldstrafen für den betroffenen Verein nach sich, mahnte der Sportrichter mit Nachdruck.

Wobei sich Vasel, der dem Kreissportgericht als Beisitzer angehört, ebenso wie Kreisklassen-Spielleiter Paul im Nachhinein erstaunt über einen Unparteiischen zeigte, der von einem Akteur angespuckt und den Ball ins Gesicht geschossen bekam (Paul formulierte es sehr viel drastischer), die Partie aber trotzdem nicht vorzeitig beendete. Zur Begründung habe der Referee angeführt, dies «vergessen» zu haben.

Vasel, der dankbar wie stolz darauf verwies, dass im bisherigen Saisonverlauf keine einzige mündliche Verhandlung des Sportgerichts nötig gewesen sei, forderte außerdem die Vereine auf, sich zu dem im Sommer intensiver diskutierten Thema «Sperren» zu äußern. Dabei geht es um die Frage, ob eine Sperre nach Spieltagen oder – wie bislang Usus – nach Wochen verhängt werden soll. Während in anderen nicht-fränkischen Kreisen mittlerweile Sperren über eine gewisse Anzahl von Spieltagen ausgesprochen werden, wäre es dem Kreissportgericht Nürnberg, so ließ Vasel durchblicken, nicht unrecht, auch weiterhin die «Wochen-Regelung» zu praktizieren. Sollten die Vereine nicht melden, gehe das Sportgericht davon aus, dass sie der bisherigen Praxis den Vorzug geben.

Kreisschiedsrichter-Obmann (KSO) Hans Rößlein pflichtete aus Sicht seines Standes den Spielleitern bei: «Es war bislang eine ruhige Saison in allen Klassen, es gab wenig Probleme.» Auch nicht mit der neu eingeführten Coaching-Zone, um die es im Sommer heftige Diskussionen gegeben hatte. Rößlein appellierte an die Vereinsverantwortlichen, dafür zu sorgen, dass sich nicht mehr als 15 Personen in der Zone aufhalten. Außerdem seien die Schiedsrichter instruiert, in dieser Angelegenheit «nicht so genau hinzuschauen». Zugleich bot der oberste Unparteiische im Fußballkreis auch namens seiner Kollegen an, zu den Vereinen zu kommen und eingehender über ewige Streitthemen wie strafbares und nicht-strafbares Abseits zu informieren.

Noch läuft der Spielbetrieb im Freien, doch die Hallenzeit rückt näher. 50 Teams haben in Nürnberg gemeldet und werden in zehn Gruppen (eine weniger als im Vorjahr) ab dem 13. Dezember um das Vordringen in die Zwischenrunde spielen. Ausgetragen wird die Kreismeisterschaft in der Halle am Berliner Platz und in Röthenbach-Ost. Das Endturnier wird am 17. Januar 2010 ausgespielt.

Mit einem gewissen Stolz gab Konrad Meier bekannt, dass die Zahl der Teilnehmer an der Futsal-Meisterschaft – anders als in den Nachbarkreisen – erneut gestiegen ist. Am 6. Januar steigt die Kreis-Endrunde, anschließend richtet der Kreis Nürnberg auch die Bezirksmeisterschaft und die Bayerische Endrunde in der Halle am Berliner Platz aus.

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