Tutanchamun in Nürnberg kommt gut an
17.10.2013, 08:54 Uhr Die goldene Maske glänzt im gedimmten Licht. Mit andächtigen Schritten gehen die Leute von einem Ausstellungsstück zum nächsten. Viele tragen die schwarzen Kopfhörer des Audioguides. Fasziniert betrachten sie die Elfenbeintruhen, schwarzen Figuren und goldenen Särge in der Ausstellung im ehemaligen Quelle-Gebäude.
„Die goldene Maske ist mein Lieblingsstück“, sagt Martin Frank. Bereits seit drei Stunden schlendert er durch die fünf Ausstellungsräume. „Sie hat zwar nicht die Ausstrahlungskraft und die Geschichte des Originals, aber die Illusion ist perfekt“, schwärmt der 19-Jährige. Neben der Replik der Maske des ägyptischen Königs kommt schon einmal Melancholie auf. „Es ist richtig bewegend“, ergänzt Martin Frank.
"Ich sehe wunderbare Dinge"
Bis zum 26. Januar 2014 stehen die etwa 1000 Objekte aus der Grabstätte des Pharaos im ehemaligen Quelle-Areal. Die drei Grabkammern sind so angeordnet, wie sie ihr Entdecker, Howard Carter, im Jahr 1922 im Tal der Könige vorgefunden hat. Mit den Worten „Ich sehe wunderbare Dinge“ soll der Archäologe die Vorkammer des nahezu unversehrten Pharaonengrabs beschrieben haben. Mit Hilfe einer Kerze blickte er durch ein Loch auf die Schätze von Tutanchamun. Die meisten der originalen Stücke befinden sich in Kairo — oder ausgestellt in der Grabstätte.
Die detailgetreuen Repliken sollen einen Eindruck der Fundsituation vermitteln. Die Nachbildungen wurden von ägyptischen Kunsthandwerkern angefertigt. „Man kann sich vorstellen, wie überrascht die Leute waren, als sie das gefunden haben“, sagt Marlies Wiborg. Die 60-Jährige ist an historischen Themen interessiert. Es sei beeindruckend, wie viele Informationen man im Rundgang erhält.
Faszinierende Kunstfertigkeit
„Ich bin von der Kunstfertigkeit der damaligen Zeit überwältigt“, sagt Margret Ostkamp. Der 65-Jährigen gefällt das Konzept der Ausstellung. Es sei gut, erst den Film über die Entdeckung der Grabkammer zu sehen und dann noch einmal die einzelnen Exponate in aller Ruhe betrachten zu können. Am besten gefallen hat ihr der „Kanopen-Schrein“. An jeder Seite des viereckigen, goldenen Sargs steht eine Göttin und trägt eine Schlange auf dem Kopf. Hier wurden die Organe des Pharaos bestattet. Wie viele andere ist auch Manuela Ullmann vom Gesamteindruck der Ausstellung fasziniert: „Ich kann kein einzelnes Stück herausnehmen, es sind alle interessant.“
Die 41-Jährige kann durch die vielen detailreichen Exponate die damalige Zeit gut nachempfinden. „Wenn man sich mal überlegt, was das für ein Aufwand war, ist der Preis schon in Ordnung“, sagt Jochen Platz. Der 72-Jährige hat die 15 Euro Eintritt gerne bezahlt. Die goldenen Särge des Tutanchamun findet er sehr faszinierend. „Es ist optisch toll ausgestellt und so kleinteilig“, sagt der Rentner begeistert. Ob er wiederkommen würde? „Ja, das kann ich mir schon vorstellen.“
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