Festliches Konzert zu Martini
Können bewiesen: Musikschule gibt nach langer Pause wieder Konzert
08.11.2021, 15:10 Uhr.jpg?f=16%3A9&h=816&m=FIT&w=1680&$p$f$h$m$w=581b34b)
Mit dem Konzert endete eine lange Durststrecke für die jungen Nachwuchsmusikerinnen und -Musiker. Schließlich waren Veranstaltungen dieser Art aufgrund der pandemischen Lage nahezu unmöglich. Lediglich zum Ende des vergangenen Schuljahres durften gesondert Prüfungen oder kleine, interne Vorspiele im familiären Kreis stattfinden. Auch der Unterricht lief zum Großteil digital ab und an Ensemblearbeit war bis nach den Pfingstferien überhaupt nicht zu denken.
Umso bemerkenswerter, dass die Musikschul-Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern ein solch umfangreiches und vielseitiges Programm erarbeiten konnten. Zwar durfte seit Juni wieder in Präsenz geprobt werden, allerdings mit erheblichen Einschränkungen. Und auch die Sommerferien wurden verständlicher Weise zur Erholung genutzt. Seit Mitte September nun lief der Musikunterricht weitestgehend in "normalen" Bahnen und auch in Klein-Gruppen und Ensembles durfte wieder gemeinsam musiziert werden.
Da ließ es sich auch der 1. Vorsitzende der Musikschule, Dr. Lothar Kabelitz (Waldhorn), nicht nehmen ein Blechbläserensemble auf die Beine zu stellen, um das "festliche Konzert zu Martini" zusammen mit Amelie Stark, Steffen Mechs (Trompeten) und Johannes Zier (Bariton) feierlich zu eröffnen.
Gemeinsam mit Jürgen Meinl am Piano überzeugten Selina Egermeier und Hanna Gebhardt (Blockflöten) mit Antonio Vivaldis "Allegro con moto" bevor Yuna Hauck solistisch sicher Georg Friedrich Händels "Sarabande in d-Moll" am Klavier vortrug. Hüllten eben noch warme und harmonische Klänge von J. Hooks Trio für Alt-, Tenor- und Bassblockflöte (Carmen Hufnagel mit Selina Egermeier und Hanna Gebhardt) die katholische Kirche ein, waren nun mit "On the Rocks" ganz andere und für ein Gotteshaus eher seltene Klänge zu hören. Am Schlagzeug rhythmisch präzise präsentiert von Luca Kern (Schlagzeugklasse Tobias Saal).
Jazz und Barock-Musik
Folgt auf Schlagzeug Gitarre, denkt man fast unweigerlich an eine Rockband. Doch dass es nicht immer laut und schrill sein muss, erfuhr das Publikum durch das Gitarrenensemble unter Leitung von Adrian Hommel mit der Komposition "Indicatif" des französischen Gitarristen Luc Lévesque und passend zur Jahreszeit mit dem Jazz-Standard "Autumn Leaves". Ebenso demonstrierte Aladin Dizdarevic mit seinem Lehrer Sven Schöllmann, dass man mit einem Instrument des 19. Jahrhunderts durchaus Barock-Musik gefühlvoll interpretieren kann, bevor bei Gordon Goodwins "Jazz Police" das Saxophon seiner eigentlichen klanglichen Bestimmung gerecht wurde.
Das Ende des Konzerts wurde vom großen Querflötenensemble "Flautissima" unter Leitung von Ulrike Döpfer (Joseph B. de Boismortier’s Concerto Nr. 5), dem Blechbläserensemble (u. a. Tillmann Susatos Rondo & Saltarello) und schließlich dem Streichorchester unter Leitung von Ralf Brösamle gestaltet. Mit J. S. Bachs "Now let every tongue adore Thee" – besser bekannt als "Wachet auf ruft uns die Stimme" und Edward Griegs "Morgenstimmung" aus der Peer Gynt Suite" ging ein wunderbarer Konzertnachmittag zu Ende.
Ein Nachmittag, an dem sich begeisterte Besucher nicht nur vom Angebot und der Qualität der Musikschularbeit überzeugen konnten. Einmal mehr stellten Schülerinnen, Schüler und deren Lehrkräfte eindrucksvoll unter Beweis, wie wichtig und nötig Musik im speziellen und Kultur im Allgemeinen gerade in diesen Zeiten für uns ist. "Dass es auch in Zukunft so bleibt!", hofft man in der Musikschule.
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