Guten Ruf bestätigt

06.07.2009, 00:00 Uhr
Guten Ruf bestätigt

© Klier

Der musikalische Leiter Timm Wisura hat diese inzwischen überaus erfolgreiche Gruppierung im Jahre 1999 aus der Taufe gehoben. Viele Auszeichnungen beweisen die Qualität der musikalischen Arbeit, die Wisura zusammen mit seinen Sängern, inzwischen sind auch weibliche Stimmen dazugekommen, leistet. Fünf Jahre lang darf der Chor den Titel «Leistungschor des Fränkischen Sängerbundes« tragen, den er im vergangenen Jahr in der höchsten Leistungsstufe errungen hat.

Dass diese Auszeichnungen zu Recht ausgesprochen wurden, ist bereits nach den ersten Takten hörbar. Klangreine Intonation, saubere und dynamische Interpretation sowie klare Sprechtechnik sind nur einige der Merkmale. Dazu kommt das exakte und dynamische Dirigat von Timm Wisura. Heute stehen Titel der Barockzeit auf dem Programm, die von Mitgliedern der Bachfamilie und Dietrich Buxtehude komponiert wurden. Gleich im ersten Werk «Sei lieber Tag willkommen« von Johann Michael Bach, seine Tochter Maria Barbara Bach war die erste Frau von Johann Sebastian Bach, setzen die weiblichen Stimmen einen reizvollen klanglichen Kontrast zu den Tenören und Bässen.

Pfarrer Thoma ist erfreut, dass «cantus sacralis« bereits zum dritten Mal in der Christuskirche gastiert. Er zitiert aus Psalm 84: «Wohl denen, die in deinem Haus leben. Sie loben dich immerdar.«

In einen Wechselgesang mit dem Chor treten die Solisten Johanna Landmann (Alt) und Josef Ramsenthaler (Tenor) bei der Interpretation von «Unser Leben ist ein Schatten« von Johann Bach. Er ist der älteste Komponist der Musikerfamilie Bach, war Organist in Erfurt und ist ein Großonkel von Johann Sebastian.

Im Sopran sind die Stimmen von Mareike Arbesmann, Ricarda Langmann, Katrin Lederer und Silke Lederer zu hören. In Alt singen Johanna Landmann, Andreas Nein, Anja Schmidt und Constance Thamm. Matthias Faber, Josef Ramsenthaler, Markus Strauß und Thomas Hetzner bilden den Tenor. Für das Bassfundament sorgen Andreas Gerngroß, Benjamin Hemmeter, Thomas Klöber, Marco Mulzer und Christoph Ramsenthaler.

Dass dieses Vokalensemble auch einen ausgezeichneten Organisten in seinen Reihen hat, beweist Matthias Faber mit der stimmigen Interpretation von Präludium und Fuge in Es-Dur von Johann Christoph Bach, der Organist in Arnstadt und Eisenach gewesen ist. In die Schlusstöne mischt sich harmonisch das Geläut der Abendglocke.

Über dem Cantus Firmus «Unser Leben währet siebenzig Jahr« baut sich der Chorsatz «Ach, Herr, lass dein lieb Engelein« auf, also zwei übereinander liegende Liedtexte, die von den Ausführenden mit höchster Konzentration gemeistert werden. Johann Sebastian Bach hat diesen beeindruckenden Chorsatz auch an den Schluss seiner Matthäuspassion gestellt.

Erst ruhig und friedlich, dann mit sich steigernder Dynamik und schließlich tröstlich endend leitet die Komposition «Ich lieg und schlafe« des Bückeburger Konzertmeisters Johann Christoph Friedrich Bach zur Pause über.

Der zweite Teil des Konzerts ist dem Komponisten Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707)  gewidmet, dessen Werke als nicht eben leicht zu spielen gelten. Aber auch hier glänzt das Vokalensemble mit hervorragender Interpretation. Wirkungsvoll unterstützt wird es von einem Streicherensemble und einem Orgelpositiv.

Das stimmkräftige Solo von Timm Wisura in «Wachet auf, ruft uns die Stimme« unterstreicht die Aussage des Textes.  Katrin Lederer und Josef Ramsenthaler sind die Solisten in «Jesu meines Lebens Leben«, in dem Instrumentalisten, Solisten und Chor in harmonische Zwiesprache treten. Wieder sitzt Matthias Faber am Orgelpult, um in überzeugender Weise Buxtehudes Choralbearbeitung «Nun bitten wir den heiligen Geist« zu intonieren.

Häufiger Wechsel zwischen den Stimmen, dann wieder voller Chorgesang kennzeichnen das letzte Werk «Herzlich lieb habe ich dich, o Herr«. Mit dem darin enthaltenen ergreifenden Schlusschor «Herr Jesu Christ, erhöre mich« und einem jubilierenden «Amen« klingt das Programm aus. Natürlich geht es nicht ohne Zugabe, die mit «Traumlicht« an den 60. Todestag von Richard Strauß erinnert. (kli)