Aus Gold wird rotes Auto
19.02.2011, 10:00 Uhr
Seit 15 Jahren sammelt Reinhard Kanzler in seiner Praxis in Wolkersdorf Zahngold von Patienten, um es jedes Jahr an karitative Einrichtungen zu spenden. 2009 kamen so immerhin 5000 Euro zusammen, mit der Kanzler und seine Patienten die Aktion „Jedes Kind ein warmes Mittagessen“ der Familien- und Altenhilfe unterstützte (wir berichteten).
Patienten als Spender
Über 90 Prozent von Kanzlers Patienten lassen ihr Zahngold für diese außergewöhnliche Spendenaktion in seiner Praxis – vor allem weil sie wissen, dass die Spende für einen guten Zweck in Schwabach bleibt. Auch 2010 wurde fleißig gesammelt. „Wir rechneten wieder mit etwa 5000 Euro wie im Vorjahr, da die Menge etwa die Gleiche war“, erzählt Kanzler.
Das gesammelte Zahngold ging an die Firma Wegold in Wendelstein, die die Aufbereitung des Goldes zugunsten der Spendenaktion jedes Jahr kostenfrei übernimmt. Ein Anruf kurz vor Weihnachten bei Kanzler brachte dann die erfreuliche Überraschung: Statt 5000 Euro bekam man 8000 Euro für das gesammelte Zahngold. Möglich machte dies der weltweit gestiegene Goldpreis.
Restbetrag von Toyota-Buhl
„Mit dieser Summe hatten wir ganz neue Möglichkeiten“, so Kanzler. Sogar ein neues Auto, das die Familien- und Altenhilfe dringend für den ambulanten Pflegedienst benötigt, schien möglich. Kurzerhand legte Kanzler selbst noch eine Spende von 1000 Euro drauf, Horst Buhl vom Schwabacher Toyota-Autohaus Buhl erklärte sich bereit, die restlichen 4000 Euro zu spenden.
Herausgekommen bei dieser ungewöhnlichen Spendenaktion ist nun schließlich ein neuer roter Toyota Aygo. Er soll bei der Familien- und Altenhilfe vor allem in der ambulanten Palliativarbeit – also bei der Sterbebegleitung zuhause – eingesetzt werden. „Das neue Auto stärkt unser Motto „Rundum sicher fühlen“ ganz erheblich und ergänzt unsere Arbeit bei den Menschen vor Ort“, freute sich Rosy Stengel bei der Schlüsselübergabe über die motorisierte Spende.