Ein Stück Schwabach im Kleinen
07.11.2011, 09:10 UhrIm Vergleich zur großen Anlage, die den Kern des „Miniaturlands“ bildet, ist die Jaskulski-Anlage mit ihren Abmessungen von vier mal 2,20 Meter beinahe winzig. Doch auf ihr ist ein Stück Schwabach verewigt. Jaskulski hat sein Wohnhaus in Schwabach als Modell auf der Anlage aufgestellt. Man kann also das Haus, das in voller Größe in der Äußeren Rittersbacher Straße steht, auch im Kleinformat in Treuchtlingen bewundern.
Erbauer starb 2005
Werner Jaskulski starb am 17. März 2005. Die Tochter musste das Haus leer räumen, es soll verkauft werden. Die Modellbahn bot sie dem Schwabacher Stadtmuseum an. Doch das Museum lehnte dankend ab. Jaskulski verbaute nämlich auf seiner Anlage Märklin-Teile, die Modell-Eisenbahn-Ausstellung im Schwabacher Stadtmuseum ist jedoch spezialisiert auf die Firma Fleischmann. Also ging die Anlage nach Treuchtlingen.
Zersägt und wieder aufgebaut
„Miniaturland“-Inhaber Bernhard Fackler hatte seine liebe Mühe damit, denn in einem Stück transportieren ließ sich die Landschaft mit Häusern und Gleisen nicht. Blieb also nur zersägen und wieder zusammenbauen. Und das galt auch für die gesamte Elektrik. „In der Zeit hätte man leicht eine neue Anlage bauen können“, resümiert Fackler. Doch jetzt steht die Jaskulski-Anlage aus Schwabach in der kleinen Halle in Treuchtlingen und leuchtet wie ein Christbaum, weil Jaskulski viele Lampen verbaut hat.
Die Jaskulski-Anlage ist aber noch in anderer Hinsicht eine Besonderheit. In der Regel kaufen die Modell-Eisenbahner ihre Kunststoff-Häuschen bei einschlägigen Firmen ein, kleben sie zusammen und bauen sie dann auf die Anlage. Nicht so Werner Jaskulski. Seine Brücken sind Marke Eigenbau. Auch von den rund 90 Häusern auf der Anlage hat er rund 60 selbst aus Holz gesägt und bemalt. Und eben auch sein eigenes.
„Mein Vater hat schon immer gerne gebastelt“, erinnert sich Tochter Ingrid Eichler, „schon als Kind“. Damals galt seine Leidenschaft Schiffsmodellen. Sein Großvater vermisste einmal seine goldene Uhrkette. Die hatte mein Vater schwarz angemalt und an einem Schiffsmodell als Ankerkette befestigt.“ Seine Modelleisenbahn hatte der frühere Postbeamte Werner Jaskulski übrigens erst im Ruhestand aufgebaut.
Eher eine kleine Dreingabe
Die Jaskulski-Modellbahn-Anlage ist im „Miniaturland Treuchtlingen“ allerdings eher eine kleine Dreingabe. Das „Miniaturland“ hat gewaltige Ausmaße. Es war früher in Pappenheim und hieß entsprechend „Miniaturland Pappenheim“. Als Eigentümer Bernhard Fackler dort der Mietvertrag gekündigt wurde, musste er umziehen und fand ein neues Domizil in Treuchtlingen.
Für ihn ist sein „Miniaturland“ Hobby, Lebensaufgabe und Sparbüchse zugleich. Die Kosten übersteigen die Einnahmen bei Weitem. 400 bis 500 Euro im Monat muss er drauflegen, in der Saison etwas weniger, weil dann Eintrittsgelder das Minus ein wenig lindern helfen.
250 Quadratmeter
Die Hauptanlage im „Miniaturland“ hat eine Fläche von sage und schreibe 250 Quadratmetern (34 mal 5 bis 14 Meter). Die Fantasie-Landschaft im Maßstab H0 (1:87) bietet ein Fülle von Details. Zu sehen gibt es Bauernhöfe, Gärtnerei, Steinbrüche, ein Kohlebergwerk, ein Bergmassiv mit Seilbahn, einen Weinberg ein Krankenhaus, Straßen. Häuser und sogar automatisch gesteuerte Autos. Ein Flughafen befindet sich im Bau.
Auf der Anlage und darunter (neun „Schattenbahnhöfe“) drehen bis zu 218 Zuggarnituren ihre Runden. Ständig unterwegs sind bis zu 28 Züge. Das Miniaturland gehört zu den sechs größten Modellbahnanlagen Deutschlands und weist nach Auskunft von Bernhard Fackler den dichtesten Zugverkehr auf. Auf den Brettern, die die Modellbahnwelt bedeuten, sind 2600 Meter Schienen verlegt.
Modelleisenbahn-Miniaturland Treuchtlingen, Elkan-Naumburg-Straße 35, 91757 Treuchtlingen, Telefon (09143) 837851. Geöffnet täglich von 13 bis 18 Uhr (außerhalb der Ferien montags Ruhetag). Öffnung für Gruppen nach Vereinbarung auch zu anderen Zeiten möglich. Eintritt: fünf Euro, Kinder bis zwölf Jahre drei Euro.
www.miniaturland-treuchtlingen.de
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