Selbst "Der Beck" bleibt an Heiligabend geschlossen
14.11.2017, 05:31 Uhr
Zwar dürften Supermärkte durch eine Sonderregelung nach Paragraf 15 des Ladenschlussgesetzes in diesem Jahr an Heiligabend öffnen, obwohl das Fest auf einen Sonntag fällt. "In der Realität passiert dies aber nicht. Ich beschäftige mich seit Wochen mit diesem Thema - und mir ist in ganz Bayern kein einziger Fall bekannt", sagt Bernd Ohlmann, Sprecher des Handesverbandes Bayern.
Ob Aldi, Lidl, Norma, Kaufland, Penny, Edeka oder Rewe, alle großen Ketten haben sich schon dazu entschieden, ihren Angestellten an Heiligabend einen freien Tag zu gönnen. Auch die Märkte von Globus in Forchheim und EWS in Lauf öffnen an diesem Tag nicht. Selbständige Kaufleute, die Edeka- oder Rewe-Geschäfte betreiben, könnten theoretisch aufsperren. Öffentlich dazu bekannt hat sich aber noch kein einziger davon. Bundesweit will sich lediglich Real noch immer nicht festlegen.
Als "Sturm im Wasserglas" bezeichnet Ohlmann die Diskussion. Für die meisten Supermärkte wäre die Öffnung an Heiligabend ohnehin mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand behaftet. Zwar dürfen sie für bis zu drei Stunden und höchstens bis 14 Uhr aufsperren, dabei aber nur Lebens- und Genussmittel anbieten. "Kosmetika zum Beispiel müssten entweder aus dem Laden geräumt oder mit Planen abgedeckt werden", verdeutlicht Ohlmann.
Lediglich an Flughäfen und großen Bahnhöfen werden viele Geschäfte offen haben. Sie dürfen an Heiligabend Lebensmittel und Reisebedarf anbieten. "Unter den Begriff Reisebedarf fällt aber sehr viel, sogar Pornohefte", erläutert Ohlmann. Um spätestens 17 Uhr müssen aber auch an Flughäfen und Bahnhöfen die Rollläden heruntergelassen werden. Am Nürnberger Hauptbahnhof sogar schon früher. Dort dürfen die Geschäfte laut Deutscher Bahn an Heiligabend von 8 bis 14 Uhr öffnen, an den Weihnachtsfeiertagen von 10 bis 18 Uhr. Für Notkäufe bleiben dann nur noch die Tankstellen.
Offiziell dürfen sie zwar nur Ersatzteile und Betriebsstoffe sowie Reisebedarf in kleineren Mengen verkaufen, andere Waren müssten auch hier abdeckt werden. "Daran halten sich aber viele nicht. Und auch die ’kleineren Mengen’ werden oft großzügig ausgelegt", räumt Dagmar Voßen vom Tankstellengewerbe Bayern ein.
Uneinigkeit gibt es derweil noch bei den Bäckereien. "Der Beck" hat sich bereits entschieden und lässt sowohl an Heiligabend als auch an den beiden Weihnachtsfeiertagen sämtliche Filialen geschlossen. Lediglich die Filiale am Nürnberger Hauptbahnhof könnte geöffnet haben.
Dieser Artikel wurde am 14. November um 11.52 Uhr geändert.
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