Wer an Mariä Himmelfahrt frei hat - und wer nicht
15.8.2016, 06:35 UhrIn Städten und Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag - wer dort arbeitet, hat also frei. In Kommunen mit überwiegend evangelischer Bevölkerung ist dagegen der Montag ein ganz normaler Werktag. Die Festlegung beruhten auf den Ergebnissen der Volkszählung im Jahr 2011, wie das Bayerische Landesamt für Statistik in einer Mitteilung erläutert.
Insgesamt ist in 1704 von 2056 bayerischen Gemeinden Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag - auch in den Großstädten München, Augsburg, Würzburg, Regensburg und Ingolstadt. Ein arbeitsfreier Tag ist Mariä Himmelfahrt auch für alle Bewohner Oberbayerns und Niederbayerns. Feiertagsstimmung herrscht auch in 96 Prozent der oberpfälzischen Gemeinden und 87 Prozent der unterfränkischen Städte und Gemeinden.
In Nürnberg und Fürth wird an Mariä Himmelfahrt gearbeitet
In weiten Teilen Mittel- und Oberfrankens ist hingegen am Montag ein ganz normaler Arbeitstag. In Nürnberg, Fürth, Ansbach, Bayreuth und Hof muss an Mariä Himmelfahrt ganz normal malocht werden. Es gibt aber auch Ausnahmen: Herzogenaurach, Schnaittach, Forchheim, Bamberg oder Höchstadt an der Aisch zum Beispiel.
Eine Karte zu Mariä Himmelfahrt in der Region finden Sie hier. Ein Klick zeigt, ob der Landkreis den Feiertag begeht oder nicht.
Traditionell nutzen viele Menschen aus den katholischen Regionen Bayerns den Feiertag für Einkaufstouren in die protestantisch geprägten fränkischen Großstädte. Dort herrscht gewöhnlich ab dem späten Vormittag in den Einkaufsstraßen dichtes Gedränge; in den Kaufhäusern tummeln sich meist Familien aus der Opferpfalz und Teilen Oberfrankens. Hier Bilder aus dem letzten Jahr:
Die Katholiken begehen den Feiertag, der offiziell "Mariä Aufnahme in den Himmel" heißt, mit Gottesdiensten und Kräutersegnungen: Es werden dabei zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet. Zudem gibt es vielerorts festliche Prozessionen.
In diesen Gemeinden in Mittelfranken ist Mariä Himmelfahrt frei:
Abenberg, Adelsdorf, Allersberg, Arberg, Aurach, Bubenreuth, Burgoberbach, Dürrwangen, Ellingen, Gnotzheim, Greding, Gremsdorf, Großenseebach, Heideck, Hilpoltstein, Hemhofen, Herrieden, Herzogenaurach, Heßdorf, Höchstadt a.d. Aisch, Neuhaus a.d.Pegnitz, Neunkirchen a. Sand, Markt Bibart, Marloffstein, Mitteleschenbach, Oberscheinfeld, Ornbau, Pleinfeld, Raitenbuch, Röttenbach, Scheinfeld, Schnaittach, Simmelsdorf, Spalt, Wachenroth, Wilburgstetten, Wolframs-Eschenbach.
8 Kommentare
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wilde Südstadt
Wir könnten doch stattdessen bundesweit den "bayramı" oder auch "id al-fitr" als Feiertag einführen. ;-))
Dolleolle
...und die volle Frauenkirche nicht zu vergessen (siehe Live-Übertragung des Gottesdienstes von dort)...wäre gerne dabei gewesen
kurt108
Bayern hat keine einheitliche Regelung,Deutschland hat keine einheitliche Regelung der Feiertage(z.B 6.Jan.) aber vom vereinten D sprechen.Einfach lachhaft.
Die WolkeKommtDieWolkeGeht
Ganz so einfach wie Tifflor das schreibt ist das aber nicht, auch wenn die Redaktion den Text jetzt geändert hat! Im öffentlichen Dienst zählt nämlich der Wohnort.
Sind Sie katholisch und arbeiten in einer evangelischen Kommune, können Sie in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber, der Arbeit fernbleiben. Das legt das Bayerische Feiertagsgesetz fest. In speziellen Fällen darf Ihr Arbeitgeber Ihre Abwesenheit aber auch untersagen. Die Ausnahmen sind ebenfalls im Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage in Bayern (Artikel 4) festgelegt.
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayFTG-4
Romulanus
Um diese Ungleichheit und Ungerechtigkeit auszugleichen, könnte man entweder den Feiertag ganz abschaffen (Aufschrei der Katholiken!) oder für ganz Bayern einführen (Aufschrei der Arbeitgeber!). Ich wage nicht zu mutmaßen, wer in Bayern die größere Lobby hat.