Über 80 Minuten in Unterzahl
Aufreger Rote Karte: Unterschiedliche Meinungen zur spielentscheidenden Szene
05.04.2025, 19:33 Uhr
Der Club liegt bereits 0:1 zurück, als Janis Antiste in der eigenen Hälfte zur Grätsche ansetzt und seinen Gegenspieler Daniel Elfadli oberhalb des Sprunggelenks an der Wade mit offener Sohle trifft. Das eindeutige Foul ahndet Schiedsrichter Timo Gerach in der 14. Minute mit Gelb. Video Assistant Referee Johann Pfeifer reicht das nicht, er greift ein und fordert Gerach auf, sich die Szene an der Seitenlinie noch einmal anzusehen. In der verlangsamten Wiederholung sieht das Foul schlimmer aus, als es tatsächlich war. Nach Betrachten der Videosequenzen entscheidet sich Gerach für die Rote Karte.
Nach einer Viertelstunde lag der 1. FC Nürnberg also nicht nur mit 0:1 gegen die beste Mannschaft der Rückrunde zurück, sondern musste auch in Unterzahl weiterspielen. Insgesamt waren die Nürnberger, inklusive Nachspielzeit, mehr als 80 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz. „Das frühe Gegentor und die Rote Karte spielen eine große Rolle und haben uns das Leben schwer gemacht“, sagte Caspar Jander nach dem Abpfiff - wenig überraschend. Der Mittelfeldspieler wurde in der zweiten Halbzeit von Gerach mit einer Gelben Karte verwarnt und fehlt gegen den 1. FC Kaiserslautern am 29. Spieltag gelb-gesperrt.

Janders fünfte Gelbe Karte verärgerte die Verantwortlichen beim FCN, die unter anderem auch deshalb nach Abpfiff den Kontakt zum Schiedsrichter suchten. Die Rote Karte für Antiste war dagegen für Trainer Miroslav Klose eindeutig: „Janis trifft ihn mit offener Sohle. Der Kontakt war sicher da. Der Schiedsrichter bekommt dann das Signal. Es war eine berechtige Rote Karte.“ Nürnbergs Chef-Coach machte seinem Angreifer im Anschluss keine Vorwürfe. „Es war seine Intention, noch an den Ball zu kommen.“
Rote Karte sorgt für Unverständnis
Reporterlegende Günther Koch hatte nach Abpfiff eine andere Auffassung als Klose und kritisierte bei „Wir rufen Günther Koch“ den VAR. Für Koch war das Foul keine klare Rote Karte und das Eingreifen Pfeifers unberechtigt. „Der VAR hätte da den Finger weglassen sollen“, sagte Koch. Ähnlich sah es auch Robin Knoche, der als Gast auf der Pressetribüne Platz nahm. Der verletzte Kapitän verwies ebenfalls darauf, dass der VAR nur bei einer klaren Fehlentscheidung eingreifen dürfe.
Nach der umstrittenen Roten Karte hatten die Rothosen wenig Mühe, sich mit 3:0 durchzusetzen. „Mit einem Mann weniger wird es gegen den HSV natürlich richtig schwer und es kann natürlich so laufen, dass der HSV Oberwasser bekommt“, sagte Klose. Ein Kompliment für seine Mannschaft hatte der Trainer jedoch auch noch übrig: „Es trotz der Unterzahl weiter mit fußballerischen Mitteln zu versuchen, hat mir gut gefallen.“
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