3:0 gegen Ingolstadt

Neon-Allergie überwunden: Ice Tigers machen ihren Kapitän glücklich

Sebastian Böhm

Sportredaktion

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23.02.2022, 21:26 Uhr
Kommt her, lasst euch drücken: Dane Fox lässt sich für sein 2:0 feiern. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Kommt her, lasst euch drücken: Dane Fox lässt sich für sein 2:0 feiern. 

1000 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga, mehr als 800 Punkte, bei Olympischen Spielen eine Silbermedaille – eigentlich sollte man meinen, dass Patrick Reimer in seinem Sport nichts und niemand mehr überraschen kann. An diesem Mittwochabend aber wirkte der 39-Jährige tatsächlich nervös, sah dabei aber blendend aus. Reimer, seit Wochen von Rückenbeschwerden geplagt, unterstützte die Coaches hinter der Bande. Tom Rowe selbst hatte Stimme und Präsenz des Kapitäns vermisst.

Und so stand Reimer sehr schick im Mannschaftsanzug und petrolfarbener Krawatte hinter seinen Mitspielern und blickte in den ersten Minuten auffällig oft auf den Videowürfel. So als erwartete er sekündlich, dass die Zahl unter dem Kürzel ING von 0 auf 1 auf 2 und 3 springt. Genau so wie das zuletzt immer in Ingolstadt war, wenn die Ice Tigers zu Gast waren. In Nürnberg aber blieb die Null 60 Minuten lang stehen. Obwohl sich die Panther weiterhin konsequent durch die Farbauswahl eines Textmarkersets arbeiten, ließ Reimers Mannschaft diesmal nicht irritieren. Die Ingolstädter trugen Neonrosa, die Gastgeber nach dem 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) die drei Punkte in die Kabine.

Friedrich und Fox präzise

Auf dieses vierte Aufeinandertreffen waren die Ice Tigers vorbereitet, vor allem aber waren sie bis auf Reimer, Jake Ustorf (Magen-Darm) und Julius Karrer vollzählig. Beim 2:7 und beim 1:10 in Ingolstadt hatte Rowe jeweils nur auf vier Verteidiger zurückgreifen können. Das Gefühl, vorgeführt worden zu sein, das dürfte in der Kabine aber noch präsent gewesen sein. Auffällig konzentriert verteidigten sie danach auf dem Eis, auffällig fahrig präsentierten sich allerdings auch die Ingolstädter. Der arg zerrupfte Spielplan bat die Panther erst in Nürnberg zur Rückkehr nach der Olympia-Pause. Die Ice Tigers scheinen nach dem 5:4 in Iserlohn und dem emotionalen 3:2 gegen Mannheim wieder im Rhythmus zu sein.

Bei einer doppelten Überzahl im ersten Drittel war das noch nicht zu sehen. Zu statisch, zu berechenbar versuchten die Ice Tigers den belarussischen (!) Nationaltorhüter Danny Taylor zu überwinden. Wie es gewitzter geht, führten Tim Fleischer und Marko Friedrich vor. Nach harter Arbeit an der Bande legte Fleischer dem gebürtigen Rother das 1:0 auf (15. Minute). Die Führung gab Sicherheit, Pässe wurden genauer, Checks härter. Daran vermochte auch eine harte Schiedsrichterentscheidung nichts zu ändern: Andrew Bodnarchuk wurde nach einem vermeintlichen Check gegen den Kopf von Frederik Storm zum Duschen geschickt. Mitten in das folgende fünfminütige Power-Play für Ingolstadt erzielte Dane Fox das 2:0, kurz, trocken, präzise (33.).

Stoa lässt Reimer jubeln

Ingolstadt war all das nicht. Zweimal tauchten die gerade gegen die Ice Tigers sonst so kreativen Panther alleine vor dem Nürnberger Tor auf, einmal klärte Oliver Mebus mit seinem langen Schläger, einmal machte sich der tadellose Torhüter Alex Dubeau groß. Im Schlussdrittel übernahmen die Gäste die Initiative. Hinter der Bande aber wirkte Reimer nicht mehr nervös. Ryan Stoa ließ auch seinen Kapitän noch jubeln (57.).

Am Freitag (19.30 Uhr) in Wolfsburg müsste der Kapitän eigentlich wieder hinter der Bande stehen.

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