Breitensport
Joggen: Die Neumarkter Sonnenseite bietet Weitblick
17.05.2021, 11:30 Uhr
Auf ihren Runden trägt Petra Stiegler weder Kilometer-Zähler noch Puls-Uhr. "Für diese technischen Spielereien habe ich wenig übrig", erklärt die Neumarkter Lauf-Ikone belustigt. "Ich richte mich schon immer nach meinem eigenen Tempo-Gefühl." In seltenen Fällen wie der Anfrage der örtlichen Zeitungsredaktion delegiert sie die elektronische Aufzeichnung an ihren Mann, mit dem sie am häufigsten unterwegs ist.
Regenschlacht beim Challenge Roth 2008: Petra Stiegler debütiert in der Staffel
Seit Jahrzehnten teilt das Ehepaar die Leidenschaft für den Ausdauersport. "In der Jugend habe ich Tischtennis gespielt, doch das hat mich irgendwann nicht mehr gereizt. Deshalb bin ich gelaufen", erinnert sich die Woffenbacherin. Seit der Wettkampf-Premiere am Buchberg Mitte der 80er Jahre nahm Stiegler pro Jahr an "fünf bis zehn" Rennen teil, schwenkte zwischenzeitlich auf den Triathlon um. 2009 wurde sie deutsche Vizemeisterin der Altersklasse 40 auf der Langdistanz, zehn Jahre später nochmal Dritte auf der Kurzdistanz.

Dabei bewahrte sich die 56-Jährige stets die Freiheit, ihr Hobby eben auch als solches zu begreifen. "Ich habe mich nie an einem exakten Trainingsplan orientiert." Dieser Vorsatz gilt heute umso mehr, da die Regeneration länger dauere. "Über Fasziendehnen hätte ich früher gelacht", verrät Stiegler, die zur Schonung ihrer Knie nicht öfter als zweimal pro Woche die Jogging-Schuhe schnürt. Dafür hält sie dann auch mal 20 Kilometer aus. Gerade "weil man weg von der Straße ist", gefällt es ihr im Gelände besonders gut.
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Vorfreude auf Weitblick von Tyrolsberger Kuppe
Was sie in der Natur sucht, findet Stiegler nur einen Katzensprung entfernt vom zu Hause im Neumarkter Westen. Vom Sportplatz des BSC verläuft ihre Lieblingsrunde geradeaus zwischen Feldern hindurch bis zu einer Abzweigung am Berngauer Weiher. "Man ist fast durchgängig in der Sonne." Im leicht ansteigenden Terrain, das die meisten der knapp 150 Höhenmeter bereithält, führt die Strecke in Richtung Tyrolsberg. "An der Kuppe ist die schönste Stelle überhaupt", berichtet Petra Stiegler, die manchmal kurz innehält und den Blick hinunter auf Berngau und den Buchberg genießt.
Weiter geht es dann noch vor dem Ortseingang mit einem Knick nach Osten an einem historischen Wasserhäuschen vorbei und sorgt der Wechsel auf weichen Waldboden für angenehme Abwechslung. Den Bachläufen des Irlgraben folgt Stiegler schließlich bis Rittershof, schwenkt gen Süden und erreicht auf der anderen Seite der B299 am Woffenbacher Friedhof wieder Stadtgebiet. Bei aller Lockerheit macht sich der Ehrgeiz in der erfahrenen Läuferin trotzdem hin und wieder bemerkbar. "Wenn die Tagesform gut ist, ziehe ich schon mal an. Da kommt mein ebenfalls in die Jahre gekommener Hund nicht mehr mit", erzählt Stiegler. Einmal im Jahr nimmt sie zusammen mit ihrem Mann an einem längeren Rennen wie dem Sachsen-Trail teil. Die neuerliche Anmeldung war ein Weihnachtsgeschenk, das sie im Herbst unbedingt noch einlösen will.
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