Joggen
Laufserie: Panoramalauf durch das südliche Mittelfranken
11.06.2021, 06:00 UhrEin bisschen Ehrgeiz ist immer noch dabei, wenn Thomas Pawlicki laufen geht. Auch wenn er beteuert, dass er "nicht mehr so verbissen" sei wie früher. "Bei Regen oder starkem Wind lasse ich es manchmal auch bleiben, ich muss mir nichts mehr beweisen", sagt er. Das war vor einigen Jahren noch anders. Da sollten es jeden Tag um die zehn Kilometer Laufstrecke sein. Heute schnürt der 51-Jährige "nur" noch vier- bis fünfmal die Woche die Joggingschuhe. Ein Pensum, das manche im Monat nicht erreichen. Seine Lieblingsstrecke gehört wohl zum Schönsten, was das südliche Mittelfranken für Läufer zu bieten hat.
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Los geht es in Gnotzheim, aus nordwestlicher Richtung nähert man sich dem Ort Spielberg. Nach einem knackigen Anstieg ist das Spielberger Wasserhaus nahe dem Spielberger Schloss ein erster Höhepunkt der Strecke – und belohnt den Läufer mit einem schönen Blick über den Altlandkreis Gunzenhausen. Nun geht es weiter auf den Spielberger Höhenweg.
"Wunderschön und abwechslungsreich"
Er führt südlich des Örtchens Buckmühle entlang und bringt Pawlicki regelrecht ins Schwärmen. "Das ist ein wunderbares Flair dort, wenn die Sonne zwischen den Bäumen hindurch scheint, ist das gigantisch", berichtet er. Ebenso wie die wunderbare Aussicht vom Gelben Berg, der am Ende des Höhenweges wartet. "Bei guter Sicht kann man sogar den Nürnberger Fernsehturm sehen", sagt Pawlicki.
Der Rückweg führt dann durch Buckmühle und im Osten an Spielberg vorbei zurück nach Gnotzheim. Knappe 14 Kilometer zeigt die Running App im Ziel. An guten Tagen schafft Pawlicki das in etwas mehr als 90 Minuten. "Die Strecke ist wunderschön und abwechslungsreich. Waldweg, Kiesweg, Teerweg – es ist alles dabei." Inklusive einigen Höhenmetern, die es zu bewältigen gilt.
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Für Pawlicki kein Problem. Vierzig Jahre lang hat er Fußball gespielt. Mit acht hat er angefangen, erst mit 48 war endgültig Schluss. Zunächst war er im Trikot der DJK Gnotzheim am Ball, deren Vorstand er heute ist. Dann, Anfang der Neunzigerjahre, zog es ihn zum TV 1860 Weißenburg. Mit dem Team spielte er bis 2001 in Bezirksliga und der Bezirksoberliga. Damals hatte der Verein bereits mit dem TSV Weißenburg zum TSV 1860 Weißenburg fusioniert.
Abschied mit Deniz Aytekin
An sein letztes Spiel für die 1860er erinnert er sich mit einem Lächeln zurück. "Ich habe eigentlich immer im defensiven Mittelfeld gespielt", berichtet Pawlicki. Zu seinem Abschiedsspiel aber wollte er im Sturm auflaufen. Der Trainer ließ sich auf das Experiment ein und versprach der Mannschaft ein paar Maß Bier, sollte Pawlicki treffen. Und der brachte den Ball gleich zweimal im Netz des ASV Zirndorf unter. Es folgte ein launiger Abend im Sportheim. Mit dabei: Deniz Aytekin. Der heutige Weltklasse-Schiedsrichter leitete damals die Partie. "Ein super Schiedsrichter, bodenständig und kollegial", lobt Pawlicki.
Während Aytekin noch regelmäßig auf dem Platz steht, ist der Gnotzheimer heute lieber auf seiner Route über den Gelben Berg sportlich aktiv. "Jetzt in der Corona-Zeit bin ich die Strecke mindestens 20 mal gelaufen, oft auch mit meiner Frau", erzählt er. Denn, das betont der ehemalige Fußballer, man muss die Strecke nicht im Laufschritt zurücklegen. Sie eignet sich genauso gut zum Wandern, gerade, wenn man sich die 14 Kilometer über hügeliges Terrain konditionell nicht zutraut.
Wenn Pawlicki auf dem langen Waldweg zwischen den saftig grünen Bäumen von Spielberg zum Gelben Berg unterwegs ist, schaltet er ab von seinem anstrengenden Job als Bauleiter bei einem Pleinfelder Unternehmen. "Für mich ist das aktive Erholung, ich kann mich entspannen", sagt er. Außer, es packt ihn doch einmal wieder der Ehrgeiz.
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