Reutershahn: "Konnten unsere Visionen nicht umsetzen"
09.10.2013, 15:45 UhrAuch für Reutershahn, der im Sommer 2009 beim Club Peter Hermann als Assistent des damaligen Cheftrainers Michael Oenning beerbt hatte, kam die Demission letztlich nicht mehr wirklich überraschend. „Wir haben fünf Punkte nach acht Spielen und sind im DFB-Pokal ausgeschieden, da kann man eins und eins zusammenzählen und muss damit rechnen, dass der Verein Konsequenzen zieht“, betrachtete der erfahrene Coach die prekäre Situation ganz realistisch.
Der 53-Jährige räumte auch unumwunden ein, „dass wir unsere Visionen leider nicht umsetzen konnten.“ Offensiver wollte man spielen lassen, mit neuem Personal attraktiveren Fußball bieten und mehr Chancen kreieren – doch gelang der Mannschaft die Umsetzung dieser löblichen Spielidee eben nur sehr sporadisch. Um Ursachenforschung zu betreiben, sei es allerdings noch zu früh. Reutershahn will das Erlebte „erst einmal sacken lassen“ und dann mit einem gewissen Abstand analysieren, warum das „zarte Pflänzchen sich nicht so entwickelt hat, wie wir es gerne gehabt hätten“.
Weil der Verein den langjährigen Co-Trainer nach Dieter Heckings überraschendem Abschied zum VfL Wolfsburg im Dezember 2012 zum gleichberechtigten Partner von Wiesinger befördert hatte, war klar, dass er ebenfalls in der Verantwortung stand und auch die Konsequenzen tragen musste. Bereut hat er den Schritt aus dem Schatten dennoch nicht. „Es war eine sehr schöne, intensive Zeit mit Michael, die ich nicht missen möchte“, sagte der gebürtige Duisburger: „Ich habe viel gelernt, für meine Karriere als Trainer war es auf jeden Fall eine Bereicherung.“
Und diese Karriere soll ja auch irgendwann weitergehen. Deshalb möchte sich Reutershahn zunächst im In- und Ausland bei Kollegen „umschauen und neue Eindrücke sammeln, wie sich Trainingslehre und -praxis gerade international verändert haben“. Der Lebensmittelpunkt der vierköpfigen Familie soll aber vorerst in Nürnberg bleiben. „Wir fühlen uns sehr wohl hier, haben ein tolles Umfeld gefunden und Freunde gewonnen. Das will man nicht einfach so schnell aufgeben.“ Zumindest nicht, bis sich andernorts eine neue berufliche Perspektive auftut, gerne auch wieder als Co-Trainer. „Im Fußball“, weiß Reutershahn, „kann es ja immer sehr schnell gehen.“ Er hat es gerade eben erst wieder am eigenen Leib erfahren.
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