Kapitän fehlt gesperrt
Bundesliga-Absteiger mit Ladehemmung: Das wird für das Kleeblatt in Darmstadt wichtig
04.04.2025, 19:31 Uhr
Im Herbst des vergangenen Jahres bot sich den Fans der Spielvereinigung wahrlich kein Grund zur Freude, wenn sie die Spiele ihrer Mannschaft im Ronhof besuchten. Denn im September, Oktober und November 2024 verlor das Kleeblatt - mit Ausnahme eines torlosen Remis gegen die SV Elversberg - alle seine Heimspiele. Die unumstrittenen Tiefpunkte: Das 0:4 im Derby gegen den 1. FC Nürnberg und das nicht minder blamable 1:5 gegen den SV Darmstadt 98.
Am Samstag steht das Rückspiel am Böllenfalltor an, bei dem die Fürther ein gänzlich anderes Gesicht als in der Hinrunde präsentieren müssen, um etwas Zählbares aus Hessen mitzunehmen. Für Jan Siewert spielt das Resultat aus der Hinrunde derweil keine Rolle: „Das Hinspiel hat für mich keine so große Bedeutung. Ich glaube, beide Mannschaften haben sich entwickelt, sodass jetzt unterschiedliche Mannschaften aufeinandertreffen“, erklärte der Cheftrainer des Kleeblatts vor der Partie.
Die Ausgangslage
Tabellarisch zumindest hat sich die Ausgangslage im Vergleich zum Hinspiel nur minimal verändert. Vor dem Hinspiel empfing die Spielvereinigung als Elfter der Tabelle die auf Rang 13 rangierenden „Lilien“, eine halbe Saison später haben beide Vereine einen Platz im Tableau einbüßen müssen. Für beide Klubs bietet sich die Chance, mit einem Sieg einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Abstieg zu gehen.
Besonders für das Kleeblatt könnte ein Dreier bereits eine Vorentscheidung zum Klassenerhalt darstellen: 37 Punkte hätte die Mannschaft von Jan Siewert dann auf dem Konto, der Vorsprung auf Relegationsrang 16 würde weiterhin mindestens 10 Zähler betragen - bei dann nur noch sieben ausstehenden Partien. Die Darmstädter wiederum könnten durch einen Heimerfolg nach Punkten zu den Fürthern aufschließen - und dank des deutlich besseren Torverhältnisses sogar in der Tabelle vorbeiziehen.
Der Gegner
Dafür müssten die Darmstädter allerdings gegen ihre Schwächephase in der Rückrunde ankämpfen: Die Südhessen haben bislang die wenigsten Punkte aller Mannschaften in der zweiten Saisonhälfte eingefahren - lediglich zwei Siege stehen seit Jahresbeginn für den Bundesligaabsteiger zu Buche. Besonders in der Offensive hapert es: Stellten die „Lilien“ in der Hinserie noch den zweitbesten Angriff der Liga (im Schnitt mehr als zwei Treffer pro Partie), kamen in den zehn Rückrundenspielen nur noch zehn weitere Tore dazu.
Spieler im Fokus
Nicht nur aufgrund des traumatischen Hinspiel-Ergebnisses sollte das Kleeblatt dennoch vor der Darmstädter Angriffsreihe gewarnt sein - allen voran vor dem Sturmduo Hornby-Lidberg, das sich für 20 der 46 „Lilien“-Treffer verantwortlich zeichnet. Besonders letztgenannter Angreifer sorgt in seiner Debütsaison in der 2. Bundesliga für Furore: 12 Treffer und vier Vorlagen gelangen Isak Lidberg bislang. In der Torschützenliste des deutschen Unterhauses liegt er damit auf einem geteilten sechsten Rang; allerdings verhinderte auch eine Verletzung, die ihn zu vier Spielen Pause zwang, eine bessere Platzierung.
Das Personal
Erstmals in dieser Saison wird Branimir Hrgota beim Kleeblatt nicht mit von der Partie sein. Der Kapitän, der im Hinspiel den Ehrentreffer für seine Mannschaft erzielte, hat gegen den FC Schalke 04 seine fünfte gelbe Karte erzielt, als er seinem ehemaligen Mitspieler Paul Seguin den Ball beim Einwurf aus der Hand schlug. An seiner statt könnte Dennis Srbeny auf die Zehnerposition rücken, Noel Futkeu dürfte dann im Sturmzentrum in die Startelf zurückkehren. Hrogtas kongenialer Mittelfeldpartner Julian Green fehlt aufgrund muskulärer Probleme ebenfalls. Auch Sacha Bansé und Kerim Calhanoglu verpassen das Spiel am Böllenfalltor verletzungsbedingt.
Der direkte Vergleich
Im historischen Vergleich mit dem SV Darmstadt 98 hat die Spielvereinigung leicht die Nase vorn: Aus den bisherigen 41 Duellen gingen die Fürther 17 Mal als Sieger hervor, die „Lilien“ konnten 14 Spiele für sich entscheiden. Zehn Partien endeten Remis. In der eingleisigen 2. Liga allerdings weisen die Südhessen die bessere Bilanz auf: Von 27 Partien entschieden die Darmstädter zwölf für sich, neunmal konnte das Kleeblatt gewinnen. Sechs weitere Duelle endeten Unentschieden.
Besonders auswärts am Böllenfalltor tat sich die Spielvereinigung zuletzt schwer: Der letzte Auswärtssieg in Darmstadt gelang im Jahr 2007 in der ersten Runde des DFB-Pokals (1:3) - in der eingleisigen 2. Liga warten die Fürther noch immer auf den ersten Sieg in Darmstadt.
Die Übertragung
Anstoß am Böllenfalltor ist am Samstag um 13 Uhr. Sky überträgt die Partie live als Einzelspiel und in der Konferenz. Per Audio-Livestream übertragen die Sportschau und das Kleeblatt Radio das Spiel.
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