Samstag gegen Sankt Pauli

Das Kleeblatt hat keine Angst vor der "erfolgreichsten Mannschaft" Deutschlands

Michael Fischer

Sportredakteur

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17.08.2023, 12:55 Uhr
Mit Vorfreude und Selbstvertrauen gegen Sankt Pauli: Fürths Trainer Alexander Zorniger.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Mit Vorfreude und Selbstvertrauen gegen Sankt Pauli: Fürths Trainer Alexander Zorniger.

Als Alexander Zorniger am Donnerstag über den nächsten Gegner seiner Mannschaft sprach, da geriet der Trainer des Kleeblatts ins Schwärmen. "Sankt Pauli ist derzeit, neben Magdeburg, die Mannschaft im deutschen Fußball, die in ihrer Struktur und ihrer Spielweise am klarsten ist", sagte er. "Es ist immer gut, wenn du klar und erfolgreich bist. Sie sind vielleicht sogar die derzeit erfolgreichste Mannschaft im deutschen Fußball seitdem der Kollege übernommen hat."

Der Kollege heißt Fabian Hürzeler, ist erst 30 Jahre alt, und folgte im Winter auf den bei allen Fans und Verantwortlichen beliebten, aber nicht mehr so erfolgreichen Timo Schultz. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte er den FC Sankt Pauli weiter - und holte mit seinem Team in 17 Spielen 41 Punkte. Damit ist der FCSP, der am Samstag um 13 Uhr im Ronhof vorbeischaut, tatsächlich die "derzeit erfolgreichste Mannschaft im deutschen Fußball" - Borussia Dortmund sammelte in der Rückrunde nur 40 Zähler und verpasste deshalb die Meisterschaft knapp.

SpVgg Greuther Fürth will Sankt Pauli stressen

Auch in der neuen Saison haben die Hamburger in Kaiserslautern und gegen Düsseldorf schon vier Punkte geholt und sind im Pokal souverän weitergekommen. "Sie spielen mit dem Ball extrem geduldig, extrem ruhig", betont Zorniger, dem bei der Analyse vor allem auffiel, "wie wenig sie sich aus der Ruhe bringen lassen". Seine Schlussfolgerung für die anstehende Aufgabe: "Wenn du gegen sie nicht ein Höchstmaß an Aktivität hast, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie zuschlagen."

Für diese Aktivität, für das permanente Stressen des Gegners, steht das Kleeblatt unter Alexander Zorniger glücklicherweise - der Blick zurück hilft den Fürthern dabei auch. Im März bereiteten sie dem FCSP, der zuvor sechs Spiele in Folge gewonnen hatte, mit ihrer Spielweise große Probleme und führten nach elf Minuten schon mit 2:0. Dann aber verweigerte der Schiedsrichter dem zweiten Treffer von Ragnar Ache die Anerkennung, ehe Gideon Jung kurz vor der Pause mit Rot vom Platz flog. Endergebnis: 2:1 für Sankt Pauli.

"Mit elf Mann verlieren wir das Spiel dort nicht, mit einer anderen Einstellung bei der Abseitsregel auch nicht", betont der Fürther Trainer. "Sankt Pauli war hochgradig gestresst in dem Spiel. Das werden wir wieder versuchen." Noch dazu, weil die Hamburger mit Leart Paqarada, Lukas Daschner und dem früheren Nürnberger Jakov Medic drei wichtige Spieler verloren haben und im Ronhof auch Innenverteidiger Karol Mets rotgesperrt fehlen wird. "Wir haben keine Angst und gehen selbstbewusst in das Spiel rein", betont der Trainer, der zuhause ja ohnehin erst ein Spiel verloren hat - im April gegen Aufsteiger Heidenheim.

Gideon Jung oder Damian Michalski in der Dreierkette?

Die Leistung beim letzten Heimspiel, dem 5:0 gegen Paderborn, "ist natürlich eine Benchmark für uns", sagt Zorniger. Zuletzt gegen Kiel und Halle missfiel ihm dann aber, dass seine Spieler nicht mehr so klar und einfach spielten, sondern "manchmal zu viel wollten" und sich mit mehr Ballkontakten erhofften, "dass man aus einer Situation noch etwas besseres kreieren kann". Zorniger aber will möglichst direkt und zielgerichtet spielen - wie gegen Paderborn. "Dieses Selbstlose, dieses intelligent Selbstlose" fehle manchem in gewissen Situationen noch.

Die Startelf wird der Trainer nur wenig verändern. Im Sturm dürfen Armindo Sieb und Tim Lemperle erneut beginnen, Luca Itter und Maximilian Dietz sind laut Zorniger in der Dreierkette gesetzt. Um den freien Platz in der Mitte streiten sich Gideon Jung und Damian Michalski. "Gidi hat eine super Vorbereitung gespielt und uns letztes Jahr extrem stabilisiert", betont der Trainer. "Jetzt hatte er aber eineinhalb Spiele, in denen ich nicht so zufrieden war." Michalski dagegen habe "Qualitäten, die wir so nicht haben - gerade in der Luft."

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