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Wahnsinnsblick von Oberasbach: Tipp zum Laufen in Fürth

Martin Schano

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14.05.2021, 16:18 Uhr
Wahnsinnsblick von Oberasbach: Tipp zum Laufen in Fürth

© Hans-Joachim Winckler, NN

Über die Jahre hat sich Gernot Höflinger von einem Leistungsläufer zu einem Genussläufer entwickelt, sagt er. Seit 1999 lebt der gebürtige Heilsbronner in Oberasbach. Und heute, mit 65 Jahren, kann man mit Fug und Recht sagen, dass er seine Wahlheimat geprägt hat.


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Er hat den Oberasbacher Kärwalauf mitveranstaltet, war Sportreferent und sitzt seit 2008 für die CSU im Stadtrat.

Und weil er soviel sitzt, muss er sich auch ausgiebig bewegen. Diese Eigenschaft hat er seinem Sohn Daniel vererbt, der im Trikot des LAC Quelle Fürth 2012 und 2013 den Fürther Metropolmarathon gewonnen hat. Gernot Höflinger hat nicht zuletzt über ihn „immer den Kontakt zur Laufszene gehalten“.

Die neue Laufserie dieser Zeitung nahm er zum Anlass, den Lesern die Strecke zu verraten, auf der er den Kopf freibekommt. Als damaliger Neubürger war sie eine der ersten Routen, die er sich selbst ausgedacht hat. „Ich würde diese 8,2 Kilometer als fränkischen Landschaftslauf bezeichnen, weil so viele unterschiedliche Facetten der Landschaft auftauchen.“ Es ist nur eine von vielen in seinem Kopf, „ich suche ständig neue Laufstrecken“.

Künstlicher Wasserfall in Rehdorf

Start ist an der Petershöhe, am Bahnhof oder der Sudetenstraße. Man joggt auf dem Neusiedlerweg Richtung Rehdorf, verlässt die Fahrstraße rechts in einen kleinen Fußweg der Bahn entlang, vorbei an Wiesen und Obstgärten. Man kommt an eine Kreuzung nach Rehdorf, hier plätschert ein kleiner künstlicher Wasserfall in ein Becken. Links in den Knäblesweg Richtung Wolfshöhe, „das ist der höchste Punkt mit 363 Höhenmetern“.

Hier geht es zur Lieblingsstrecke von Gernot Höflinger. © OpenStreetMap-Mitwirkende  

Hier geht es zur Lieblingsstrecke von Gernot Höflinger. © OpenStreetMap-Mitwirkende  

Es geht über Felder zu einem Naturwaldstück. „Hier lohnt sich ein Blick zurück, man sieht nämlich Teile der Fränkischen Schweiz, besonders das Walberla und den Hetzleser Berg“, beschreibt Höflinger den Höhepunkt des Wegs.

Nach dem Waldstück öffnen sich vor einem Flur und Felder und man gelangt ins Tal nach Unterbüchlein, „ein minikleiner, schöner Ort. Da ist linker Hand ein schöner, historischer Bauernhof, den viele kennen und für den manche extra hinfahren“.

Von einer kleinen Straße aus schwenkt Höflinger auf den Jakobsweg ein und wendet sich nach links. An der Gaststätte „Zum grünen Tal“ lockt den Genussläufer der Biergarten. Abgebogen auf ein kurzes Stück nach links Richtung Loch, nach 50 Metern geht es gleich wieder den Feldweg nach rechts das Tal entlang.

Die Biber bauen im Grundbach

Rechts öffnet sich das Tal des Grundbaches, es geht durch ein kleines Waldstück in ein offenes Tal, „hier ist es romantisch“. Rechts im Grundbach bauen zur Zeit die Biber. Auf einem engen Pfad ist Trittsicherheit erforderlich, ein Brücklein führt über einen Bach, „da trinke ich sogar immer was, denn die Quelle ist gleich in der Nähe“. Über die kleine Straße geht es rechts parallel 500 Meter, nach der ersten Möglichkeit links folgt ein gemäßigter Anstieg. „Der Wald öffnet sich und wir sehen vor uns den Fuchsbrunnenweiher.“

Hier links-rechts am Weiher vorbei, „meistens sind da Enten, die erschrecken“. Durch ein kurzes Waldstück auf einen engen Pfad durch die Fluren hinaus. Als die ersten Häuser Oberasbachs sichtbar sind, muss Höflinger an eine schmerzhafte Erfahrung denken: „An dieser Stelle habe ich mir schon mal die Achillessehne gerissen.“ Vielleicht weil er unachtsam war und den Blick bis zum Moritzberg schweifen ließ.


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Es geht rechts über die Fluren, an einer Bank nach links erreicht man wieder die Petershöhe mit dem Spielplatz und der neuen Stele des Wallenstein-Wegs. Auf der Bucher Straße erreicht man wieder den Bahnhof und den Neusiedlerweg.

Mindestens einmal die Woche läuft Höflinger die Strecke. „Das Reizvolle daran ist der Wandel der Jahreszeiten, in den Wäldern gibt es viele Kirschbäume, die massiv weiß blühen. Im Sommer ist es fast ein bisschen wüstenartig, im Herbst leuchtet das Laub.“ Und im Winter ist es hier auch bei Schnee leicht zu laufen, lediglich bei Regen kann es matschig werden „und die vielen Baumwurzeln erfordern Trittsicherheit. Es ist“, sagt der ehemalige Leistungsläufer, „ein typisches Crosslauf-Gelände“.

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