Fernsehen

Im Rausch - „Der Masuren-Krimi“ im Ersten

03.04.2025, 05:47 Uhr
Thomaz starb im Wasser. Ein Unfall?

© Karolina Grabowska/ARD Degeto Film/Odeon Fiction GmbH/dpa Thomaz starb im Wasser. Ein Unfall?

Aus sicherer Entfernung und im Schatten des Waldes beobachtet der Bootsbauer Tomasz Wolski (Tomasz Bednarek) einen unheimlich anmutenden Kult. Eine langhaarige Frau ruft die Götter an. Sie hat die Lippen schwarz geschminkt. Auf ihrem Kopf ein Kranz, der einem Geweih ähnelt. Die Arme hat sie erhoben. Hinter ihr stehen die Mitarbeiter einer ortsansässigen Werft. „Möge Perkunos uns erhören und unsere Opfergaben annehmen.“

Wenige Stunden und eine rauschhafte Firmenfeier später ist Tomasz tot. Todesursache: ertrunken. Die Kommissarin Zofia Kowalska (Karolina Lodyga) geht von einem Unfall aus. Doch die Berliner Kriminaltechnikerin Viktoria Wex (Claudia Eisinger) ist skeptisch.

Zusammen mit dem beurlaubten Polizisten Leon Pawlak (Sebastian Hülk) stürzt sie sich in den Fall. Das Erste zeigt den „Masuren-Krimi“ mit dem Titel „Mord in Galindien“ am Donnerstag (3. April) um 20.15 Uhr sowie in der Mediathek.

Zweiter Schicksalsschlag für die Familie - Zufall?

Der Werftbesitzer Bogdan Mazur (Andreas Leupold) pflegt mit seinen Mitarbeitern den heidnischen Kult der Galinder - einem regionalen Stamm aus dem Mittelalter. Er will für Gerechtigkeit sorgen. Seine Tochter Natalia (Hanna Hilsdorf) soll das Familienunternehmen nun weiterführen. Die ist von dem Tod des Mitarbeiters aufgewühlt und will sofort zu ihrem Freund Marian, dem Sohn des ertrunkenen Tomasz.

Auch Tomasz‘ Frau Jagoda (Julika Jenkins) ist erschüttert. Vor einigen Monaten hatte die Kajaksportlerin aus ungeklärten Umständen einen Bootsunfall und sitzt seither im Rollstuhl. Zwei Unfälle innerhalb kurzer Zeit? Wex glaubt nicht an einen Zufall.

Eine verräterische Handynachricht 

Auf dem Handy des toten Tomasz findet Wex eine Nachricht. Sie stammt von seiner Frau und aus der Nacht von deren Bootsunfall. Tomasz hat sie offensichtlich kurz vor seinem Tod angehört. Gibt es einen Zusammenhang? Dann wird bei der Obduktion klar: Das Wasser aus Tomasz‘ Lunge stammt nicht aus dem Tümpel, in dem er gefunden wurde. „Okay, Leute“, sagt Kowalska zu ihren Kollegen. „Wir haben einen Mord.“ 

Pawlak, der nach einem traumatischen Erlebnis im letzten Fall beurlaubt wurde, beteuert zwar, wieder diensttauglich zu sein. Doch schon früh wird klar, dass er die Vergangenheit nicht einfach so hinter sich lassen kann und mit Panikattacken zu kämpfen hat. Wex muss vorübergehend ohne ihn weitermachen.

Liebeschaos und ein Cold Case

Wieder ist das Verhältnis von Pawlak und Wex großes Thema. Meist ist die Stimmung zwischen ihnen angespannt und schwankt zwischen Distanz und vorsichtiger Annäherung. Zum Beispiel, als die Berlinerin ihren Kollegen auf einer Autofahrt fragt: „Flirten Sie mit mir?“, weil er nach Moschus riecht.

Erst als Wex eine Verbindung zu dem ungeklärten Bootsunfall herstellen kann und ein vertuschtes Verbrechen ans Licht kommt, gewinnt der Krimi nach einer oft absehbaren ersten Hälfte an Fahrt. Rauschmittel scheinen eine große Rolle zu spielen. Während eine frühere Werft-Mitarbeiterin ins Visier der Ermittlungen gerät, fürchten die Mazurs um ihre Werft-Dynastie. Gehen sie dafür auch über Leichen?