Winkelhaid würdigt engagierte Mitbürger
25.02.2013, 15:30 Uhr
Der Rathauschef hieß alle Anwesenden willkommen und freute sich, besonders die Ehrengäste, Landrat Armin Kroder, für die Evangelische Kirche in Vertretung für Pfarrer Dr. Stefan Gehrig Vikar Johannes Kühn, für die Katholische Kirche Pfarrer Georg Schlecht, sowie erstmalig Manuela Seeber als neue Försterin begrüßen zu dürfen. Sein Gruß galt auch der Geschäftsführerin der VHS Schwarzachtal, Ulrike Scheske, dem Winkelhaider Christkind Julia Wolf, der Leitung des Evangelisch Integrativen Kindergartens, Lydia Hofmeister sowie den anwesenden Gemeinderäten mit Partnern.
Schmidt erklärte, dass es ihm eine besondere Freude sei, dass die Gemeinde für das musikalische Rahmenprogramm, trotz ihrer vielen Auslandsreisen und Auftritte die „Eismannsberger Saitenmusik“ gewinnen konnten. Aktuelles aus dem Landkreis Kroder freute sich, dass in der Gemeinde Winkelhaid verdiente Mitbürger, die sich über ein normales Maß hinaus für die Allgemeinheit engagieren, wieder so laut und deutlich für ihr Ehrenamt hervorgehoben würden.
„Ich hoffe“, erklärte der Landrat, „Sie sind beispielgebend für viele andere.“ Der Landrat informierte auch über wichtige Entscheidungen des Kreistages. So berichtete er über den Neubau der Fachakademie für Sozialpädagogik in Altdorf und über die geplante Gründung der Fachoberschule. Er appellierte an alle Anwesenden, als Multiplikatoren für die geplante „Probeeinschreibung“ zu fungieren.
Denn, nur wenn bei dieser Einschreibung genug Interesse gezeigt werden, wird das Projekt auch in Angriff genommen werden. Besonders interessant wurde es, als es um die Wiederbelebung der Universität in Altdorf ging. Kroder berichtete, dass die Wallensteinstadt als kleine Außenstelle, wieder Teil der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg werden solle.
Denn in Altdorf stehe bekannterweise die Wiege dieser Universität. Vielleicht, so der Landrat mit einem Augenzwinkern, gehöre Penzenhofen damit erneut ebenfalls dazu und werde „Universitätsstandort“, denn in der Sankt-Johannis-Kirche in Penzenhofen wurden zur Hoch-Zeit der Altdorfer Universität die „Probepredigten“ der angehenden Theologen für die Uni Altdorf abgehalten.
Peter Kollarek konnte sich als Erster über eine Ehrung freuen. Schmidt erläuterte, dass der langjährige Elternbeiratsvorsitzende der kommunalen Kindertagesstätte „Kinderburg Horizont“ sich weit über ein normales Maß hinaus für „seinen“ Kindergarten engagiert habe. Ganz gleich ob bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen wie Sommerfest oder Weihnachtsmarkt oder der tatkräftigen Unterstützung des Personals, die „Kinderburg Horizont“ konnte immer auf den engagierten Elternbeiratsvorsitzenden zählen.
Nicht für sein ehrenamtliches Engagement, sondern für eine Unterstützung ganz anderer Art wurde Reinhard Edelhäuser von der Gemeinde Winkelhaid geehrt. Schmidt sagte, dass es für eine Kommune in der Größenordnung von Winkelhaid oft nicht möglich sei, alle benötigten Maschinen oder technischen Geräte vorzuhalten, da diese oft nur bedingt eingesetzt zu werden brauchen. Normalerweise müssten diese dann bei Bedarf für teures Geld gemietet werden. Für den Budenaufbau am Winkelhaider Weihnachtsmarkt werde alljährlich ein Gabelstapler benötigt. Dieser werde seit 15 Jahren kostenlos von der Winkelhaider Firma Edelhäuser der Gemeinde zur Verfügung gestellt.
Ein Herz für 80 Kinder
Eine ganz besondere Ehrung stand als nächstes an. Die Penzenhoferin Elfriede Weiß wurde für ihr selbstloses Engagement und Lebenswerk als Pflegemutter geehrt. Michael Schmidt erklärte in seiner Laudatio: „Frau Elfriede Weiß war eines von zehn Kindern. Sie fühlte sich trotzdem immer zu den Kindern in der Nachbarschaft hingezogen und übernahm bei einer Vikarsfamilie die Aufgabe der Babysitterin. Hieraus resultierte auch ihr Wunsch, Erzieherin zu werden.“ Sie musste aber eine Ausbildung zur Fleisch- und Wurstverkäuferin machen.
Nach der Eheschließung bekam sie mit 21 Jahren ein Kind. Ein Jahr später ist Elfriede Weiß als Pflegemutter geworden. Sie hatte regelmäßig fünf bis sechs Kinder in Pflege und gab diesen Geborgenheit und ein Zuhause. Bis 1991 waren es bereits 60 Kinder und bis heute etwa 80. Somit ist ihr Traum vom Beruf der Kinderpflegerin noch auf eine andere Art in Erfüllung gegangen.
Mit dem ehemaligen Polizeibeamten Harald Betscher ehrte der Bürgermeister der Gemeinde Winkelhaid einen Mann, der schon viele Auszeichnungen für seinen tatkräftigen ehrenamtlichen Einsatz erhalten hat. Aus den Händen von Innenminister Jochen Hermann erhielt er das Ehrenzeichen für die Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern, von Landrat Armin Kroder die goldene Ehrenamtscard für über 25 Jahre ehrenamtliches Engagement und 2008 wurde ihm die höchste tschechische Ehrenmedaille für seine Verdienste um die Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizeit überreicht.
Betscher engagiert sich seit vielen Jahren in der International Police Association (IPA). Er war von 1996 bis 2005 Sekretär und anschließend bis 2010 Leiter der IPA-Landesgruppe Bayern. In dieser Funktion organisierte er von 1999 bis 2010 unter dem Motto „IPARAD“ Benefiztouren.
Aktion gegen Kinderkrebs
Außerdem hat er 2012 als Co-Organisator die Radtour für die Isabell-Zachert-Stiftung, die unter dem Motto „Mit dem Rad durch Südmähren gegen Kinderkrebs“ stand und rund um Lednice in Tschechien stattfand, unterstützt. Nach seiner Ehrung wandte sich der engagierte Pensionär mit einem Appell an die Gäste und forderte sie auf doch an der diesjährigen „IPA-Radtour“ teilzunehmen. Sie findet vom 5. bis 10. August statt und verläuft entlang des Schwarzwaldes.
Schmidt betonte, dass mit der nächsten Ehrung erstmals von der Gemeinde Winkelhaid eine Tat geehrt werde, die nicht als Ehrenamt zähle. Allerdings, so das Gemeindeoberhaupt, sei sie ein ebenso wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. „Dieser Beitrag rettet Leben. Es handelt sich um das Blutspenden“. Sein ganz besonderer Dank und Anerkennung im Namen der Gemeinde sprach der Bürgermeister Herrmann Vitzthum und Ferry Klein aus, die bereits viele Male Blut gespendet haben. Vitzthum über 100, Klein über 75 Mal. Michael Schmidt: „Kein Geld der Welt kann dies aufwerten, denn das Leben ist und bleibt unbezahlbar und das Kostbarste, was wir haben“
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