„Unverantwortlich“
Fränkischer Standort vor dem Aus: Lebensmittel-Riese kündigt Schließung an - 230 Stellen fallen weg
03.04.2025, 09:05 Uhr
Am Mittwoch teilte die deutsche Niederlassung von „Danone“ mit, dass die Produktionsstrukturen des Lebensmittelherstellers in Deutschland künftig neu ausgerichtet werden sollen. Insbesondere das Werk in Unterfranken wird betroffen sein, denn: „Nach langen und intensiven Beratungen plant das Unternehmen, das Milchwerk in Ochsenfurt im vierten Quartal 2026 zu schließen.“ Wie das Management mitteilt, sei der Schritt die einzige Möglichkeit, um im deutschsprachigen Raum langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Rund 230 Mitarbeitende werden von der Schließung betroffen sein.
Begründet wird die Schließung durch schwache Zahlen, so erreicht im laufenden Jahr die Auslastung des Werkes nur noch die Hälfte des Niveaus von 2019, teilt „Danone“ in Deutschland mit. Hinzu kommt, dass sich das Konsumentenverhalten verändert habe und die Produktionskosten deutlich über dem Durchschnitt anderer europäischer „Danone“-Werke liegen.
„Ich wünschte, wir hätten diese Pläne für Ochsenfurt nicht machen müssen. Vor diesem Hintergrund kann ich nur allen Mitarbeitenden versichern, dass wir alles tun werden, um für möglichst viele Mitarbeitende eine andere Position bei Danone zu finden“, sagt Richard Trechman, Geschäftsführer „Danone“-DACH. Man wolle interessierten Mitarbeitenden aus Ochsenfurt dafür gezielte Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten. Im Zuge der Schließung soll unter der Initiative „Renew Danone“ die Produktion am Standort Fulda verstärkt werden. Aktuell plane man auch dort signifikant zu investieren.
NGG: „Profitgier vor den Menschen“
„Danone“ plant auch, mit der regionalen Bundesagentur für Arbeit, einer speziellen Beratungsgesellschaft und mit Unternehmen aus der Region zusammenzuarbeiten, „um Fachkräfte und weiterqualifizierte Mitarbeiter möglichst nahtlos zu vermitteln“. Für Mitarbeitende, die nicht weiter beschäftigt werden können, soll ein Sozialplan verhandelt werden.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) teilt über Instagram ihren Unmut mit. Laut NGG schließt „Danone“ das Werk, trotz Milliardengewinn im vergangenen Jahr. Dem Unternehmen wirft die Arbeiterseite deswegen Profitgier vor - auch weil die Lohnkosten nur bei knapp 7 Prozent liegen und Milchprodukte so gefragt wie nie sein sollen. „Dies ist absolut unverantwortlich und rücksichtslos“.
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