Spannung beim FCN: Es riecht nach Gross

09.10.2013, 12:05 Uhr
Spannung beim FCN: Es riecht nach Gross

© Fotomontage Marc Mederer

Es ist unwahrscheinlich, dass sich Martin Bader vom Ballyhoo rund um den Valzerweiher treiben lässt. Der Sportvorstand des FCN erledigt seinen Job. Dieser bringt es derzeit mit sich, einen passgenauen neuen Trainer zu installieren. Für eine Mannschaft, die gegen den HSV zuletzt einen Offenbarungseid leistete und Michael Wiesinger und Armin Reutershahn damit die Entlassungspapiere ausstellte. Es ist dennoch wahrscheinlich, dass Bader bald einen neuen Trainer präsentiert. 

Die Medien haben sich in Sachen neuer Club-Coach bereits festgelegt. Sky Sport News HD sah Christian Gross dabei bereits den ganzen Dienstag über in der Pole Position, die lokale Presse ebenfalls. Die Bild-Zeitung und der Schweizer Blick meldeten am Mittwoch, dass sich der 59-Jährige mit dem Club bereits geeinigt habe und alsbald die Nachfolge des am Montag ausgemusterten Trainer-Tandems Wiesinger/Reutershahn antritt.

Der charismatische Glatzkopf entspricht dem Anforderungsprofil, das die Verantwortlichen am Valznerweiher im Zuge der Trainersuche und -findung klar formuliert haben. Nach Michael Wiesinger, der in der Endphase seines ersten Trainer-Engagements in der Bundesliga "keine Argumente" für seine Weiterbeschäftigung mehr hatte, soll ein erfahrener, mit der nötigen Autorität ausgestatter Coach die Trendwende beim 2013/14 noch sieglosen FCN schaffen, diesen zurück in die Erfolgsspur setzen.

Wie das funktioniert, weiß Gross. Zwischen Dezember 2009 und Oktober 2010 hatte der detailbessenene Fußballlehrer, der sich 1998 als Coach von Tottenham Hotspur im Machtkampf mit Jürgen Klinsmann behauptete, beim VfB Stuttgart das Sagen. Als Nachfolger von Markus Babbel führte der Mann, den der damalige VfB-Präsident Erwin Staudt als ideale Kombination aus "Erfolg und Erfahrung" präsentiert hatte, die Schwaben von Platz 15 auf Rang sechs - und damit letztlich in die Europa League. Es war die erfolgreichste Rückrunde, welche die Roten aus der Neckarmetropole in ihrer Vereinsgeschichte auf den Rasen legten.

Christian Gross kennt seine vielleicht schon baldige Arbeitsstätte aus eigener Erfahrung: Als Trainer des VfB Stuttgart war der 59-Jährige schon zu Besuch in der Noris.

Christian Gross kennt seine vielleicht schon baldige Arbeitsstätte aus eigener Erfahrung: Als Trainer des VfB Stuttgart war der 59-Jährige schon zu Besuch in der Noris. © dpa

"Keine bessere Alternative": Schramm winkt mit dem Zaunpfahl

Im Umgang mit seinen Schützlingen gilt der Schweizer, der zuletzt die Young Boys aus Bern betreute, als hart, robust, aber auch fair. Während Bader gegenüber sport1.de am Mittwochmorgen eine Einigung mit dem Pragmatiker, der schnelle Lösungen verspricht, via sport1.de noch dementierte, lässt Klaus Schramm durchblicken, dass Gross bald als neuer Club-Retter präsentiert werden könnte. „Ich fände es gut, wenn Herr Gross kommt. Ich wüsste auf Anhieb keine bessere Alternative“, gab Nürnbergs Aufsichtsratsboss ebenfalls sport1.de  wenig später zu Protokoll. 

"Gross würde von seinem Erscheinungsbild und seinem Auftreten sehr gut zu uns passen. Die Gespräche laufen bis jetzt positiv, und ich wäre sehr unangenehm überrascht, wenn es dann am Mittag heißen würde: 'Er hat abgelehnt'“, so Schramm.

Der Textilunternehmer macht auch deutlich, wie der nicht immer handzahme Gross, der sich in der Schweiz bereits Titel in mehrfacher Ausführung sicherte und einst vom FC Basel mit Bruce Springsteens "Tougher than the rest" verabschiedete, Nürnbergs Lieblingsverein rasch helfen kann: „Herr Gross ist einer, der Autorität ausstrahlt, und wenn man davon ausgeht, dass die unter Herrn Wiesinger bei der Mannschaft etwas verloren ging, dann muss man zu so einem Typ wie Gross greifen“, urteilte Schramm. Es ist nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich, dass der Schweizer nicht Trainer beim Club wird.  "Am Mittwoch wird jedoch nichts mehr passieren", verriet Finanzvorstand Ralf Woy bei Sport1.

Verwandte Themen


12 Kommentare