Paukenschlag beim SC 04 Schwabach

01.09.2010, 18:45 Uhr
Paukenschlag beim SC 04 Schwabach

© Robert Gerner

Reiner Eisenberger ist ein Mann der klaren Worte und redet auch einen Tag nach seiner Entlassung nicht lange um den heißen Brei herum. „Jeder macht zwar Fehler, aber die Arbeit mit der Mannschaft hat gestimmt. Sie ist fit, und die Stimmung war gut. Ich denke, dass persönliche Sachen den Ausschlag gegeben haben“, bezieht Eisenberger klar Stellung und verbindet seine Entlassung unmissverständlich mit den sich in den letzten Wochen zuspitzenden Streitigkeiten zwischen ihm und Manager Thomas Schlecht, auf dessen Seite sich letztlich die Vorstandschaft gestellt habe. Höhepunkt war sicherlich der Disput über die Zielsetzung der ersten Mannschaft. Wie berichtet peilt die sportliche Leitung um Schlecht in dieser Saison den Landesliga-Aufstieg an, Reiner Eisenberger kann mit diesen Ambitionen aufgrund der namhaften Abgänge nach wie vor nichts anfangen.


Auf der anderen Seite steht die Sichtweise der Vereinsverantwortlichen noch aus. Manager Schlecht und der erste Vorsitzende Heinz Rabe verwiesen auf ein Gespräch zwischen der sportlichen Leitung und den Spielern am Mittwoch abend, anschließend stehe der Verein für eine Stellungnahme gerne bereit. Der neue Trainer sollte an diesem Termin ebenfalls vorgestellt werden, die Informationen dieser Zeitung konnten beide aber bereits bestätigen. Ex-Profi Robert Kovacic, zuletzt beim Nord-Bezirksligisten TSV Röttenbach aktiv, tritt im Verbund mit Eddy Abel die Nachfolge von Reiner Eisenberger als Spielertrainer an, bereits am Freitag im Heimspiel gegen den ASV Zirndorf wird der 38-jährige Kroate das Sagen haben.


Paukenschlag beim SC 04 Schwabach

© Zink

Wie in dieser Partie aber die Mannschaft (die bereits am Wochenende Eleftherios Sadikis Richtung Eltersdorf verlassen hat) des neuen SC 04-Trainers aussehen wird, darauf darf man gespannt sein. Denn dem Vernehmen nach waren einige Akteure mit der Demission von Eisenberger überhaupt nicht zufrieden - Markus Theil zog noch am Dienstag eine Konsequenzen. Der Kapitän, seit der Jugend für den größten Schwabacher Verein aktiv und eine unumstrittene Führungsfigur an der Nördlingerstraße, schloss sich in einer „Nacht und Nebel“-Aktion dem Ligakonkurrenten FC Hersbruck an. Diese Hektik war auch nötig, denn am Dienstagabend endete schließlich die Wechselfrist – und diese Tatsache hat einen durchaus pikanten Beigeschmack. Auf die Trainerentlassung konnten die Spieler so nicht mehr reagieren. „Die Verantwortlichen haben gewusst, dass die Mannschaft hinter mir steht. Es geht überhaupt nicht, die Spieler so lange im Unklaren zu lassen und ihnen erst kurz vor Ende der Wechselfrist eine solche Entscheidung bekannt zu geben“, echauffiert sich Reiner Eisenberger, der nun vor einem „Deja-Vu-Erlebnis“ steht.


Zur Erinnerung: Bei seinem vorigen Verein, der SpVgg Ansbach, wurde er nach Unstimmigkeiten mit den Verantwortlichen ebenfalls entlassen. Einige seiner ehemaligen Schützlinge fanden sich damit aber nicht ab und verweigerten weitere Einsätze für den Verein. Dass es nun beim SC 04 erneut so kommt, hofft der nunmehr Ex-Trainer nicht, „ich habe mit den Spielern gesprochen, und hoffe, dass sie weiter spielen. Sie sollen sich die Situation bis zum Winter anschauen, dann können sie immer noch wechseln.“


Am Freitag will Eisenberger die Partie gegen Zirndorf verfolgen und sich von den Spielern verabschieden. Leicht wird es dem geschassten Trainer sicher nicht fallen, aber andererseits spricht auch eine Portion Frust aus Reiner Eisenberger. „Wenn ein Manager meint, er kann im sportlichen Bereich alles besser machen, dann wird es schwer für einen Trainer, das war mir klar. Ich kann die Vorstandschaft auch verstehen“, spielt Eisenberger darauf an, dass der Trainer im Normalfall das schwächste Glied einer Kette ist, „aber das sind auch strukturelle Probleme beim SC 04 Schwabach. So wird es schwer, Kontinuität aufzubauen.“