Sorge vor Großveranstaltung
Bürgermeister schlägt Alarm! Corona-Lage in Bamberg spitzt sich immer weiter zu
21.07.2022, 15:35 Uhr
Derzeit müssen über 40 Personen in Stadt und Landkreis Bamberg wegen einer Corona-Infektion stationär behandelt werden. Zudem haben sich in den zurückliegenden Wochen die coronabedingten Ausfälle beim Pflegepersonal auf mehr als zehn Prozent und bei Ärzten auf fünf Prozent in etwa verdoppelt. Dies teilte der Landkreis Bamberg in einer Pressemitteilung mit.
Operationen am Klinikum abgesagt
Geplante Operationen mussten am Klinikum bereits abgesagt werden. Die Situation würde zusätzlich noch durch Patienten verschärft, die aus überlasteten Kliniken im Ballungsraum Nürnberg nach Bamberg verlegt werden. "Wir brauchen dringend wieder eine frankenweite Koordination der Patientenströme. Wir müssen uns darauf vorbereiten, wie wir mit weiter steigenden Inzidenzen und folglich noch höheren Ausfällen beim Personal umgehen. Und wir müssen die Pandemie in einer schwierigen weltpolitischen Lage wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen", sind sich Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke aus der Corona-Koordinierungsgruppe einig.
Derzeit liegt die Inzidenz in der Stadt Bamberg bei 798,2, im Landkreis bei 1094,9 (Stand: Mittwoch, 20.07.2022). Doch noch eine weitere Sorge treibt Kalb und Starke um: Nach Großveranstaltungen wie beispielsweise der Erlanger Bergkirchweih registierten die Behörden steigende Inzidenzen und in der Folge wachsende Patientenzahlen und zusätzliche Ausfälle beim Klinikpersonal. "Wir müssen uns auf eine ähnliche Entwicklung nach der Sandkerwa vorbereiten", warnen die Verantwortlichen. Das beliebte Fest soll von 25. bis 29. August in Bamberg stattfinden.
"Die aktuelle Virusvariante ist deutlich ansteckender als die Variante zu Jahresbeginn. Und wir sehen längere und schwerere Verläufe", erklärt Dr. Susanne Paulmann, Leiterin des Gesundheitsamtes Bamberg. Der "Sommereffekt" der letzten beiden Jahre bleibe daher aus. Die schwierige Situation an Kliniken beschäftigt auch die Rettungsdienste. "Wir müssen immer häufiger weitere Strecken fahren, um Patienten in aufnahmebereite Einrichtungen zu bringen", sagt Matthias Böhmer, Leiter der Integrierten Leitstelle Bamberg-Forchheim.
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