Dach einer Fabrik abgedeckt, umgestürzte Bäume

Sturmbilanz im Kreis Forchheim: Einsätze nach intensivem Intermezzo mit Orkanböen

Lea-Verena Meingast

Redakteurin NN.de

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20.02.2022, 12:58 Uhr
Die Feuerwehr Forchheim war angefordert, in Heroldsbach zu unterstützen. Dort drohte unter anderem ein Baum auf ein Denkmal zu stürzen.

© Feuerwehr Forchheim, NN Die Feuerwehr Forchheim war angefordert, in Heroldsbach zu unterstützen. Dort drohte unter anderem ein Baum auf ein Denkmal zu stürzen.

Am Donnerstag hatte das Orkantief Ylenia Franken erreicht und im Landkreis Forchheim zum Auftakt direkt für zehn Einsätze der Feuerwehren gesorgt. Neben umgestürzten Bäumen waren die Kameradinnen und Kameraden auch in Weilersbach gefordert. Hier musste die Freiwillige Feuerwehr am Nachmittag das Dach der alten Dorfkirche St. Anna sichern, nachdem sich Schindeln gelöst hatten.

Am Freitag ging es dann weiter: Das Sturmtief Zeynep hatte sich für die Region angekündigt, mit heftigen Böen und bis zu Windstärke 11. Also war dem Landkreis nur eine kurze Verschnaufspause vergönnt. Dass selbst Tage nach einem Sturmtief akute Lebensgefahr besteht, darauf machte im Vorfeld bereits Christian Wilfling vom THW Forchheim aufmerksam und warnte eindringlich.

"Am Freitag blieb es zunächst noch ruhig, nichts Wildes", teilt die Polizei Forchheim auf NN-Nachfrage mit. Am Samstag ist dann aber ein Baum im Stadtgebiet umgestürzt. Schaden habe er dabei nicht verursacht. In der Käsröthe war ebenfalls ein Baum umgestürzt und ragte in die Fahrbahn hinein, sodass er entfernt werden musste. Und in Oesdorf war Samstagmittag ein Baum auf einen Radweg gestürzt. Personenschäden gab es glücklicherweise keine.

Einsätze über den gesamten Landkreis verteilt: Intensives Intermezzo mit Orkanböen

"Einige Bäume sind umgestürzt, einzelne Behinderungen gab es", sagt Thomas Weig von der Polizei Ebermannstadt. Die Polizei selbst habe durch den Sturm zwar wenig Arbeit gehabt. "Für uns war es ziemlich ruhig." Sie hat aber mehrfach die Feuerwehr verständigen müssen, unter anderem, nachdem einige Bäume umgestürzt waren. Und die Feuerwehren im Landkreis waren mit den Folgen des Sturmtiefs gut beschäftigt.

„Nicht dass wir überrascht waren, der Sturm war ja angekündigt. Es war zwar kurz, aber dann doch ein intensives Intermezzo mit Orkanböen“, berichtet Kreisbrandmeister Christian Sailer. Am Freitag sei es bis etwa 21 Uhr besonders intensiv gewesen und zahlreiche Kameradinnen und Kameraden mussten ausrücken, um sich um die Sturm-Folgen zu kümmern. Der Sturm erforderte dabei das Eingreifen der Einsatzkräfte "über den gesamten Landkreis verteilt".

Zahlreiche Feuerwehren bei den Sturm-Einsätzen gefordert

Anhand der Einsatzberichte weiß Christian Sailer, dass zahlreiche Wehren gefordert waren. Die Sturm-Einsätze absolvierten die Feuerwehr Bammersdorf, Willersdorf-Haid, Wimmelbach, Kunreuth, Forchheim, Reuth, Buckenhofen, Mittelehrenbach, Rettern, Moggast, Morschreuth, Niedermirsberg, Rüssenbach, Wohlmuthshüll, Ebermannstadt, Behringersmühle, Gößweinstein, Unterleinleiter und Hiltpoltstein.

Ein größerer Einsatz war in Forchheim notwendig. "Auf einem Fabrik-Gelände hat es das Dach abgedeckt", berichtet Kreisbrandmeister Christian Sailer. Die großen Styroporteile seien dann auf der Fahrbahn gelegen. "Das Dach war zwar auch mit Dachpappe abgedeckt, aber die Orkanböen haben da doch sehr gut eine Angriffsfläche gefunden"; erklärt Seiler.

"Die beiden Sturmtiefs Ylenia und Zeynep forderten in den vergangenen Tagen das Eingreifen sämtlicher Einsatzkräfte im Landkreis", teilt die Feuerwehr Forchheim mit. Auch das Stadtgebiet Forchheim blieb nicht verschont. Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim mussten sechs Einsatzstellen abarbeiten.

Am späten Mittwochabend wurde in der direkten Nachbarschaft des Feuerwehrgerätehauses eine leicht überflutete Straße gemeldet. Am darauf folgenden Donnerstag galt es dann zunächst, die Kollegen aus Heroldsbach zu unterstützen, da dort ein Baum auf ein Denkmal zu stürzen drohte.

Firmendach abgedeckt: 200 Quadratmeter Dachisolierung gelöst - Einsatz bis in die Morgenstunden

Anschließend mussten im südlichen Stadtgebiet mit Hilfe der Drehleiter mehrere herabstürzende Dachteile gegen den nicht abschwächenden Wind gesichert werden. "Am stärksten war das Stadtgebiet allerdings am Freitagabend durch das Sturmtief Zeynep betroffen", teilt die Wehr mit. Neben mehreren umgestürzten Bäumen war die Feuerwehr vor allem in der Karl-Bröger-Straße im Norden der Stadt gefordert.

Dort haben sich knapp 200 Quadratmeter Dachisolierung eines Gebäudes gelöst und stürzten auf die Straße sowie in diverse Nachbargrundstücke. Unzählige Styroporplatten sowie Dachpappe verteilten sich in der gesamten Umgebung. Die Karl-Bröger-Straße war zwischenzeitlich nicht mehr passierbar.

Neben der Beseitigung der Dachteile auf der Straße mussten die Herkunft dieser Teile ausfindig gemacht werden sowie die noch auf dem Dach verbliebenen losen Teile gegen weitere Windböen gesichert werden. Dabei wurde die Wehr zusätzlich durch den Bereitschaftsdienst der Stadt Forchheim sowie die THW-Ortsverbände Kirchehrenbach und Forchheim unterstützt, welche bis in die frühen Morgenstunden mit der Sicherung der lockeren Teile am Dach beschäftigt waren. Die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Forchheim konnten die Einsatzstelle nach vier Stunden verlassen. "Gottlob kam es hier zu keinen Personenschäden und das Stadtgebiet blieb die restliche Nacht größtenteils verschont."

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