Nach Anschlagsdrohungen

Kein Platz für Angst: Verein will auch nach Fasching-Absage Zusammenhalt vermitteln

Minh Anh Nguyen

Online-Redaktion

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27.02.2025, 04:55 Uhr
Der Nürnberger Faschingszug: Eine IS-nahe Propagandaseite hat jüngst ein Plakat verbreitet, welches zu Anschlägen auf unterschiedliche Faschingsveranstaltungen aufruft.

© Günter Distler Der Nürnberger Faschingszug: Eine IS-nahe Propagandaseite hat jüngst ein Plakat verbreitet, welches zu Anschlägen auf unterschiedliche Faschingsveranstaltungen aufruft.

In den sozialen Netzwerken haben Islamisten jüngst zu Anschlägen aufgerufen und dabei vier konkrete Anschlagsziele genannt - eines der Ziele liegt in Nürnberg, berichtet die "Deutsche Presseagentur". Die Polizei nehme die Dinge sehr ernst, betont aber, dass es sich hierbei nicht um Drohungen, sondern um Aufforderungen handelt. Gegenüber der Nachrichtenagentur "News5" erklärte Janine Mendel, Pressesprecherin Polizei Mittelfranken, dass die Verfasser des Schreibens Einzeltäter motivieren möchten, Anschläge zu begehen. Auch deswegen sei die reelle Gefahr eines Anschlages aktuell gering. Trotzdem sagt ein Betreiber eine Veranstaltung nun ab.

Auf dem Plakat hatte der Verfasser speziell eine Nürnberger Bar als mögliches Ziel genannt, teilte Mendel der Nachrichtenagentur mit. In dieser sollte kommenden Sonntag eine Feier des Vereins Global Locals e.V. stattfinden. Nach den Drohungen hatte der Betreiber der Bar die Veranstaltung aber abgesagt.

Hass keine Plattform geben

Im Gespräch mit der Redaktion erklärt Vereinsvorsitzender Christopher Andrews, dass die Meldung ihn überrascht habe, besonders da der Verein sich weder politisch noch religiös positioniert und alle Menschen willkommen heißt. Bisher hatten die Mitglieder keine Gelegenheit, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Bezugnehmend auf die Drohung möchte der Vorsitzende aber betonen, dass er solchen Botschaften keine Plattform geben möchte. Es sei ein trauriger Vorfall, aber dass Organisationen damit möglicherweise Hass und Angst schüren, wolle er nicht. Die Sicherheitsbedenken und die schlussendlich Reaktion des Barbetreibers respektiere man.

Geplant ist zudem, dass der Verein gemeinsam mit seinen Mitgliedern am großen Faschingsumzug teilnimmt. Nach dem Aufruf wollen die Mitglieder sich jetzt erstmal besprechen. An dem Umzug will man aber unter einem Slogan teilnehmen: "International, Global Locals, helau". Andrews erklärt, dass die Organisation auch während des Umzugs ihre Botschaft vermitteln möchte - und zwar, dass sie friedlich und freudig alle und jeden willkommen heißt.