Millionen-Investitionen

Nach Starkregen-Jahr 2024: So rüstet sich Nürnberg künftig gegen Hochwasser und Überschwemmungen

Theresa Neuß

Werkstudentin

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04.04.2025, 05:00 Uhr
Vergangenes Jahr kam es in Nürnberg immer wieder zu überfluteten Straßen und Unterführungen durch Starkregen.

© Sven Grundmann/NEWS5 Vergangenes Jahr kam es in Nürnberg immer wieder zu überfluteten Straßen und Unterführungen durch Starkregen.

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und steigende Flusspegel - Bilder, die in Nürnberg keine Seltenheit mehr sind. Allein im Jahr 2024 zählte die Stadt eigenen Angaben zufolge zehn Starkregenereignisse, drei davon wurden als extrem eingestuft. Während Hochwasser meist bestimmte Gebiete betrifft, kann Starkregen überall in der Stadt auftreten und die gesamte Bevölkerung betreffen.

Um besser auf das zunehmende Wetterextrem reagieren zu können, hat die Stadt Nürnberg nun das "Aktionsprogramm Starkregen" entwickelt. Wie eine Pressemitteilung informiert, wurde es am 2. April 2025 im Umweltausschuss vorgestellt und soll sowohl die Vorsorge als auch die Bewältigung von Starkregen verbessern.

Investitionen für eine Million Euro

Ein Schwerpunkt des Programms ist die bessere Datenlage zu Starkregenereignissen. Nach Angaben der Stadt wurden beispielsweise besonders gefährdete Unterführungen identifiziert, und die Feuerwehr soll zukünftig eine automatische SMS-Warnung bei Starkregen erhalten. Diese Maßnahmen sollen langfristig helfen, gezieltere Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Gleichzeitig möchte die Stadt die Infrastruktur besser an die Wassermengen anpassen. Für bauliche Maßnahmen sind im Jahr 2025 eine Million Euro vorgesehen. So soll beispielsweise an der Unterführung Zerzabelshof eine Sensorik installiert werden, die bei einem bestimmten Wasserstand entsprechende Warnhinweise gibt, um einerseits die Weiterfahrt zu verhindern und andererseits automatisch eine Meldung über den Wasserstand an die Feuerwehr zu senden. Auch Notüberläufe und Warnschilder sollen an gefährdete Stellen angebracht werden.

Neben technischen Maßnahmen setzt die Stadt auf Sensibilisierung: Die Bürgerinnen und Bürger sollen verstärkt über die Gefahren von Starkregen informiert werden. "Denn gute Eigenvorsorge auf dem eigenen Grundstück sowie vorsichtiges individuelles Verhalten bei Starkregen sind wichtig", erklärt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, in der Pressemitteilung der Stadt Nürnberg.

Klimawandel verstärkt Wetterextrem

Der Klimawandel verstärkt Extremwetterereignisse, wie Starkregen. Laut Max-Planck-Gesellschaft verändern sich durch die Erderwärmung die "globalen Wasserkreisläufe". Es kommt einerseits zu längeren Dürreperioden, andererseits auch zu häufigeren Starkregenfällen. Das Problem: Die meist trockenen oder großflächig versiegelten Böden können die plötzlichen Wassermassen nicht aufnehmen, was zu den überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern führt.

Diese Entwicklung werde sich in Zukunft weiter verstärken, betont auch Walthelm in der Pressemitteilung der Stadt Nürnberg. "Mit der Erhitzung des Klimas wird es in Nürnberg in Zukunft mehr Starkregen geben. Denn je heißer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen, der sich dann plötzlich abregnet." Umso wichtiger seien daher die Maßnahmen wie das "Aktionsprogramm Starkregen".