Sechser überzeugt seit Wochen
Mit oder ohne Binde: Max Christiansen ist in Fürth nicht mehr wegzudenken
25.02.2022, 06:01 Uhr
Es war nur eine kleine Geste, aber sie sagte viel aus über Max Christiansens Rolle beim Kleeblatt. Als Kapitän Branimir Hrgota und sein Stellvertreter Paul Seguin in München ausgewechselt wurden, da streifte sich Christiansen die Kapitänsbinde über den Arm und führte seine Mannschaft 20 Minuten lang an. Gegen den FC Bayern. "Es immer etwas besonderes, wenn man die Kapitänsbinde trägt", sagt der 25-Jährige, der die Geste seiner Mitspieler aber nicht überbewerten wollte.
"Ob mit oder ohne Binde, jeder muss sich in der Verantwortung fühlen, die Führung zu übernehmen", betont Christiansen. Dass sich ausgerechnet er, der vor der Saison aus der dritten Liga von Waldhof Mannheim nach Fürth kam, zu einem der wichtigsten Spieler beim Kleeblatt entwickeln würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Auch für ihn nicht. "Es geht für jeden Spieler darum, auf dem Platz zu stehen", sagt er. "Es gibt Saisons, in denen man Geduld haben muss, aber das Wichtigste ist, immer an sich zu arbeiten, auf und neben dem Platz alles zu geben und für die Mannschaft da zu sein.
Statistisch herausragend
Das machte er, bot sich an, spielte mal 19, mal 30 Minuten und arbeitete sich über diese Kurzeinsätze in die Mannschaft. Inzwischen ist er aus der Stammelf nicht mehr wegzudenken. In den letzten 13 Spielen stand er immer von Beginn an auf dem Platz - und hat sich zu einem der besten Sechser der Bundesliga entwickelt. Gegen die Bayern gewann er vier von fünf Zweikämpfen und fing vier Bälle ab, bei den "abgefangenen Bällen" führt er die ligaweite Statistik mit, je nach Anbieter, zwischen 3,2 und 4,2 sogar an.
Mit gutem Stellungsspiel und kluger Antizipation läuft er die sich auftuenden Räume immer wieder zu und hilft seiner Mannschaft so, den Gegner oft weit vom eigenen Tor wegzuhalten. Pro Spiel läuft Christiansen durchschnittlich 12,2 Kilometer, jede Woche wieder ist er der Fürther, der die meisten Meter macht. Das alleine sagt zwar noch nichts aus, aber die gute Ausdauer hilft ihm auf seiner Position im defensiven Mittelfeld natürlich sehr. "Ich laufe soviel ich muss und kann", betont der 25-Jährige, der in den vergangenen Jahren sehr viel an seiner Fitness gearbeitet hat.
"Ich merke im Training und im Spiel, dass ich noch mehr ans Limit gehen kann", sagt er. "Das tut mir extrem gut, auch weil man sieht, dass sich der Aufwand gelohnt hat." Auch vor dieser Saison, vor dem Sprung von der dritten in die erste Liga, hat er im Urlaub Extra-Einheiten eingeschoben, ist viele Kilometer gelaufen, "damit ich extrem frisch und fit in die Vorbereitung gehen und von Tag eins meine Leistung bringen kann".
Zufrieden gibt sich Christiansen damit aber noch lange nicht, er will weiter daran arbeiten, jeden Tag noch ein bisschen besser zu werden, "denn genug laufen kann man nie in diesem Sport". Doch trotz der vielen Kilometer und der vielen Zweikämpfe auf seiner Position ist er von Verletzungen bislang immer verschont geblieben - Zufall ist das nicht. Seit einigen Jahren lebt er komplett vegan und schwärmt von der rein pflanzlichen Ernährung. "Ich fühle mich damit extrem gut damit", so Christiansen. "Meine Werte haben sich extrem verbessert."
Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird er versuchen, mit seinen Kollegen gegen den 1. FC Köln den vierten Heimsieg zu feiern. Ohne Rücksicht auf eine mögliche Gelbsperre, die ihm ohnehin schon seit zehn Spielen droht. "Ich gehe keinem Zweikampf aus dem Weg und versuche immer, mich voll reinzuhauen", sagt Christiansen. "Wenn eine Karte kommt, dann kommt sie. Ich ziehe nicht zurück."
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