SC 04: Auch der Manager muss gehen

03.09.2010, 00:00 Uhr
SC 04: Auch der Manager muss gehen

© Gerner

Möglicherweise war der 38-Jährige nur am Freitagder verantwortliche Mann an der Seitenlinie. "Wir haben die Woche der Wahrheit vor uns", sagte am Abend SC04-Vorsitzender Heinz Rabe. Vor diesem Hintergrund geriet das 3:3 (1:1) im Heimspiel gegen Aufsteiger ASV Zirndorf fast zur Nebensache.

In der Personalie Schlecht, das räumte Rabe ein, sei der Verein auch von einem Teil der Spieler unter Druck gesetzt worden. Sie machten Schlecht für den Rauswurf des beliebten Übungsleiters Reiner Eisenberger verantwortlich und wollten deshalb nicht mehr mit dem vor gut einem Jahr noch vom damaligen Vorsitzenden Volker Hausmann installierten Manager zusammenarbeiten. "Thomas Schlecht hat in Werbe- und Marketingsachen bis zuletzt ausgezeichnete Arbeit geleistet", sagt der aktuelle Vorsitzender Heinz Rabe. Sein Anspruchsdenken sei aber wohl für einen Verein in der BOL überambitioniert gewesen.

Rabe räumte eine Mitschuld an der derzeit verworrenen Situation bei den Fußballern ein: "Ich hätte mich in der Personalie Eisenberger nicht breitschlagen lassen dürfen. Da bin ich zu naiv gewesen." Anders ausgedrückt: Hätte Rabe der Entlassung Eisenbergers nicht zugestimmt und ein Machtwort gesprochen, wäre möglicherweise nur der innerhalb des Vereins nicht unumstrittene Thomas Schlecht entlassen worden. Im sportlichen Bereich hätte es danach mutmaßlich keine Veränderung gegeben. In einem Gespräch mit dem geschassten Trainer wollte Rabe am Freitag noch die Wogen glätten. Auch mit dem Hintergedanken, "dass eine Rückkehr irgendwann vielleicht nicht ausgeschlossen ist."

Vorerst geht es jedoch darum, wer die Mannschaft in den nächsten Wochen und Monaten trainiert. Robert Kovacic und sein "Co" Eddy Abel sind offiziell verpflichtet. Doch diese Personalien hat maßgeblich Thomas Schlecht vorangetrieben. Gelten sie jetzt noch? Noch so eine Frage, die es in den nächsten Tagen zu beantworten gilt. Für den Fall der Fälle habe man Interimslösungen mit Leuten innerhalb des Vereins parat, so Heinz Rabe. "So stehen wir im Fall der Fälle zeitlich nicht so sehr unter Druck." Das gleiche gelte für den vakanten Posten des Jugend-Koordinators. Und zumindest der für Marketing und Vertrieb zuständige Thomas Kraus bleibe ja an Bord.

Unabhängig vom Personal-Hickhack zeigte der SC 04 Schwabach gegen den forschen Aufsteiger ASV Zirndorf eine couragierte Leistung und ging nach vier Minuten durch Thomas Schuffenhauer in Führung. Für Zirndorf glich Cortus nach einem Alleingang aus (12.). Der in der Halbzeit für den schwer verletzten Felix Hintersteiner (Verdacht auf Schlüsselbeinbruch) gekommene Marcus Schmitt führte sich mit dem 2:1 prima ein (49.), Dominic Distler erhöhte sogar auf 3:1 (52.). Dann war jedoch wieder Zirndorf am Drücker. Schuster (66.) und Marita per Handelfmeter (71.) glichen für die Gäste noch aus. Ausführlicher Spielbericht folgt.

SC 04 Schwabach: Hilgarth, Tauch, Bergmann (65. Spangenberg), Koc, Schuffenhauer, Adlung, Hintersteiner (46. Schmitt), de Biasi (76. Jainta), Distler, Bayer, Kraft. ASV Zirndorf: Lösel, Lauermann, Zwingel, Goff, Wonner (55. Yanik), Schuster, Cortus, Diez, Marita, Nieszery, Rahner (57. Müller). Tore: 1:0 Bayer (4.), 1:1 Cortus (12.), 2:1 Schmitt (49.), 3:1 Distler (52.), 3:2 Schuster (66.), 3:3 Marita (71, Handelfmeter). – Gelb-Rot: Spangenberg (71.). – SR: Safak Etin, Heilsbronn. – ZS: 270.